99 Gründe für den lokalen, unabhängigen Buchhandel

Aktuell feiern wir die Woche der unabhängigen Buchhandlungen – eine tolle Aktion, um den Fokus auf lokale Läden zu lenken. Aber diese Aufmerksamkeit sollten sie nicht nur einmal im Jahr erhalten, sondern stets und ständig, sowohl von der Branche, als auch den regionalen Kunden – ihr Erhalt ist lebenswichtig für ein kulturelles Miteinander vor Ort. Buchhandlungen sind weit mehr als Warenhäuser. Was sie bedeuten, leisten, wie sie wirken – dazu haben sich an dieser Stelle 99 Frauen und Männer geäußert. Leser_Innen, Autor_innen, Vermittler_Innen von Worten und Emotionen, Lobbyisten der seitenreichen Kultur. Sie bieten Ihnen 99 Gründe für den lokalen und/oder unabhängigen Buchhandel, sowohl privat als auch beruflich. Lassen Sie sich davon anstecken, motivieren, inspirieren:

 


Christiane Hoffmeister

„Der unabhängige Buchhandel ist wichtig, weil es ohne ihn in der literarischen Welt einfach etwas düsterer aussehen würde. Es sind diese Läden, in denen sich Buchhändler und Buchhändlerinnen für ihre Lieblingsbücher, die auch mal Abseits von Mainstream liegen dürfen, einsetzen. Da zählt nicht nur die Bestsellerliste, da zählt das persönliche Engagement für jedes einzelne Buch. Wir sind ncht frei in allen unseren Entscheidungen, auch wir müssen die Zahlen im Kopf behalten. Nur glaube ich, dass unsere Unabhängigkeit uns trotz allem mehr Raum für Kreativität, Spontanität und freie Gestaltung unseres Sortiments lässt. Ganz abgesehen davon, sind wir einfach mehr als nur Verkaufsstationen, wir sind ganz häufig die kulturelle Institution und der Ort des menschlichen Austausches unserer Stadtteile.“

Christiane Hoffmeister // Buchhändlerin // Büchereck Niendorf Nord – Hamburg


Daniel Beskos

„Es gibt ja nur wenige Orte, an denen man augenblicklich so inspiriert und neugierig wird wie in einer Buchhandlung – gerade wenn sie mit Liebe und Sorgfalt sortiert und geführt wird. Und zugleich waren noch nie so viele so schöne Bücher auf dem Markt wie jetzt – die Gestaltung, die Typografie, die Ausstattung, all das hat sich in den letzten Jahren ganz erstaunlich entwickelt und findet gerade in den unabhängigen Buchhandlungen einen Platz. Daher freue ich mich ganz besonders, dass es hier in Hamburg (und in Deutschland überhaupt) so viele tolle Buchhandlungen gibt, in denen man sich solche Augenblicke der Begeisterung jederzeit abholen kann.“

Daniel Beskos // Verleger // mairisch Verlag 


Anabelle Stehl

„Ich habe zu bloggen begonnen, weil ich den Austausch über Bücher liebe. In der lokalen Buchhandlung wird dieser Austausch nach wie vor gelebt. Gerade in den kleineren, spezialisierten Buchhandlungen wird der Einkauf zum Erlebnis, was in erster Linie an den Buchhändlern liegt. Durch Blogs und Social Media hat man oft das Gefühl, alles auf dem Markt zu kennen, an jedem Buch schon fünfmal vorbeigescrollt zu sein. Den Buchhändlern gelingt es immer wieder, mir das Gegenteil zu beweisen und mich mit einem mir noch unbekannten Buch unterm Arm und einem Lächeln im Gesicht durch den Dschungel der fiktiven Welten zu führen.“

Anabelle Stehl // Literaturbloggerin // Stehlblueten


Markus Naegele

„Was wären Bücher ohne Buchhandlungen? Das eine ergibt ohne das andere doch keinen Sinn. Wie eine Brenzn ohne Butter, ein Pils ohne Schaum, eine Gitarre ohne Saiten. Na gut, die Vergleiche hinken, aber stellen Sie sich einmal all die einsamen Bücher ohne Regalnachbarn vor, so ganz alleine in der Welt. Und jedes einzelne müsste sich aus eigener Kraft auf den langen Weg zu einem Leser oder einer Leserin machen. Nein, das will man all diesen Büchern und ihren geistigen Vätern und Müttern nicht antun. Deshalb sollten wir sehr froh und dankbar sein, dass es
hierzulande noch so viele unabhängige Buchhandlungen gibt, die all diesen einsamen Büchern eine Heimat bieten, die ihnen einen warmen und trockenen Platz in ihren Regalen gewähren. Manchmal erhalten auch die Väter und Mütter dieser Bücher einen warmen und trockenen Platz in diesen Buchhandlungen und lesen daraus vor. Verlage und Buchhandlungen sollten gemeinsam daran arbeiten, dass dies noch lange so weitergeht und sich diese Bücher und ihre Väter und Mütter dort weiter gut aufgehoben fühlen.“

Markus Naegele // Verlagsleiter // Heyne Hardcore – Heyne Encore 


Britta Böhler

„Ich habe das Glück, dass es in meinem Viertel in Köln gleich mehrere unabhängige Buchläden gibt. Diese Buchläden zeichnen sich nicht nur durch die Kompetenz der Buchhändler aus, sondern auch durch ihre Atmosphäre, ihre individuelle Gestaltung und das Sortiment. Ein Buchladen sollte ja kein Supermarkt sein. Alle Supermärkte sehen gleich aus, und es gibt in allen Filialen die gleichen Sachen. Uniformität ist jedoch keine gute Eigenschaft für einen Buchladen. Ein guter Buchladen hat Charakter und Originalität, er lädt zum Stöbern ein und vor allem zum Entdecken von Büchern, die man vorher noch nicht kannte. Ohne unabhängige Buchläden würden wir alle bald das gleiche lesen und das wäre nicht nur langweilig, sondern würde auch zu Ideenarmut führen.“

Britta Böhler // Autorin und Juristin // Britta Böhler auf YouTube


Maria-Christina Piwowarski

„Einige meiner wesentlichen Erkenntnisse verdanke ich unabhängigen BuchhändlerInnen. Nicht erst ihre aktiven Literaturempfehlungen, sondern bereits die Auswahl, die sie mir mit ihrem Sortiment unterbreiten, haben mein Lesen und Leben nachhaltig beeinflusst. Lektüre, die Leben zu retten vermag, findet man selten auf Bestsellerlisten, aber aus den Händen umsichtiger, kompetenter, weltkluger, belesener BuchhändlerInnen habe ich schon häufig Bücher entgegengenommen, die wirkliche Unterschiede im Denken und Fühlen machen können. Unabhängig agierende BuchhändlerInnen können (im Idealfall auch in Filialen von Ketten) ein Sortiment so prägen, dass Qualität vor Quote gewinnt, dass literarische Perlen keine erwähnenswerten Ausnahmen, sondern die tägliche Botschaft sind, dass nicht Werbemaßnahmen und Budgets, sondern Inhalte zählen. Buchhandelskonzepte und InhaberInnen, die dies ermöglichen und fördern, werden weiterhin dafür sorgen, dass unser Beruf zu den grandiosesten dieser Welt gehört.“

Maria-Christina Piwowarski // Buchhändlerin // Buchhandlung Ocelot Berlin


Günter Keil © Peter Heel

„„Was? Das hat eine unabhängige Buchhandlung organisiert? Nicht möglich!“ Doch. Alles ist möglich. Lesungen, Festivals, Diskussionen – oder einfach „nur“ ein offener, freier Raum für Bücher. Fürs Lesen, Weiterbilden, Lachen, Nachdenken. Dieses ungläubige „Was?“ höre ich immer wieder, wenn ich mit Autoren unterwegs bin und einen wunderbaren Abend mit Publikum erlebe. Schriftsteller sind genauso begeistert wie ich von der Leidenschaft, mit der die Unabhängigen Literatur lebendig machen. Wie sie sich um ihre Kunden kümmern, ihnen etwas bieten, das Leben bunter machen. In der Provinz, in der Großstadt, überall. Bei Dreimann in Olpe, Glatteis in München, Graff in Braunschweig, dem Bücherpunkt Blaubeuren und in vielen anderen magischen Leseläden. Herzlichen Dank – wir lieben Euch!“

Günter Keil // Moderator, Journalist & Literaturblogger // GuenterKeil.de


Nina George

„Denke ich an Amazons Empfehlungs-Algorithmen, sind die vermutlich perfekt für Leute, die sich ungern von Literatur überraschen lassen. Das ist weder verwerflich noch der Untergang des Abendlandes. Nur öde halt. Klicki-klicki, fertig. Hab ich ausprobiert, vor Jahren. War ein bisschen wie Sex ohne Mitspieler.
Gut, also ab in den Independent-Laden. Irgendein keckes Buchkenner-Wesen wird mit einem bis dato unbekannten Autor, einer bis dato noch nie auf diese Weise erzählten Geschichte daher kommen, die klugen Augen spöttisch funkelnd. Das muss man mögen, diesen zutiefst menschlichen Kontakt. Ein intimer Moment, die Buchempfehlung unter vier Augen, sag mir was du liest, und ich sag dir, wer du bist, oh, ja, Buchhändlerinnen hüten die Geheimnisse der halben Stadt… Und dann steht man da, und hat das Neue, das Andere, das Aufreizende, Unerhörte, Seltsame, Schwierige in der Hand; Geschichten, die den inneren Resonanzboden erweitern, die Filterblase aufstechen, die geistige comfort-zone ent-behaglichen. Das bekommt man. Nicht nur eine Story nacherzählt. Sondern im besten Fall erklärt, wie das Buch wirkt. Ob es nachhallt. Ob es traurig macht oder mutig oder tröstet. Ob es Schwarzbrot, Popcorn oder Champagner ist. Sinnliche Dinge, Sex fürs Gehirn. Also, Lob der Unabhängigen Buchhandlungen: ihr seid klein, cool, widerborstig, philantrophisch, verrückt (sich so einen Job auszusuchen!, Leute!), leidenschaftlich, besserwisserisch, mutig, politisch, wehrhaft, selberdenkend – solche Leute und Läden brauchen wir, mehr denn je.“

Nina George // Schriftstellerin // NinaGeorge.de


Katrin Cinque

„Die lokale, unabhängige Buchhandlung ist für mich wichtig, weil sie nicht nur das Gesicht meines Stadtviertels prägt, sondern auch die Köpfe seiner Bewohner mit wunderbaren Geschichten versorgt. Einfach unverzichtbar ist sie für mich persönlich, weil eine individuelle, mit bibliophiler Begeisterung sortierte Buchhandlung der schönste Ausgangspunkt ist, um auf große Reise zu gehen: In fremde und vertraute Welten, in ferne Länder und durch die eigene Stadt, gemeinsam mit Heldinnen und Helden, die im besten Fall zu den liebsten Reisegefährten werden. Genau deswegen und aus so vielen Gründen mehr, ist es unabdingbar, lokale Buchhandlungen zu unterstützen!“

Katrin Cinque // Senior-Pressereferentin Goldmann Verlag // Goldmann


Klaus Kowalke © Christoph Künne

„Ich bin ein Buchsüchtiger. Ohne Bücher, und zwar ausschließlich die gedruckten Versionen, wäre ein sinnvolles Leben für mich nicht möglich, zumindest undenkbar. Als Bibliophiler eine Buchhandlung zu gründen ist zwar so, als würde ein Alkoholiker seine eigene Kneipe betreiben (soll aber auch vorkommen), – nein im Ernst, der Reiz an der Quelle der Literatur zu sitzen, die Deutungshoheit über die Lieferbarkeit von Titeln zu besitzen, Programme für den Laden zu gestalten, den Einkauf für das eigene Sortiment vorzunehmen, die Beratung mit Verlagsvertretern und die anschließende Lektüre der Manuskripte, der Leseexemplare und der vielen gekauften Bücher führt zu zahlreichen Glücksmomenten.

Als Geisteswissenschaftler habe ich meine individuellen Vorlieben: Geschichte, Philosophie und literarisches Können sind meine Favoriten, die Begeisterung hierfür gebe ich gerne weiter. – Der lokale und unabhängige Buchhandel symbolisiert diese Individualität, jede Buchhandlung hat ein anderes Sortiment, eine eigene Handschrift der Inhaber, deshalb ist eine große Vielfalt solcher Buchhandlungen wichtig, damit die Vielfalt der Verlagsprogramme, vorallem natürlich die der unabhängigen Verlage, gewährleistet ist.“

Klaus Kowalke // Buchhändler // Buchhandlung Lessing und Kompanie Chemnitz


Britta Fietzke © Fotofabrik Frankfurt

„Die Frage „Warum ist ein unabhängiger Buchhandel wichtig?“ ist für mich rein rhetorisch. Algorithmen können keine treffenden Empfehlungen außerhalb der eigenen Filterblase oder abseits der Bestsellerlisten geben – Buchhändler schon. Sie lesen sich schließlich durch die Novitäten und beurteilen die Bücher, können Geschmäcker abwägen, können sich auf den Kundenwunsch einstellen. Im Gespräch. Ganz persönlich. Von Angesicht zu Angesicht. Das ist das, was die Indies so essentiell macht. Das merke ich sowohl beruflich als auch privat. Mit der Büchergilde haben wir das Privileg, dass wir einen unmittelbaren Draht zu „unseren“ Buchhändlern haben. Und privat genieße ich den direkten Austausch in verschiedenen Indies während meiner kleinen Reisen quer durch Deutschland, sowie auf Instagram mit LeserInnen und BuchhändlerInnen, mit denen ich die für mich so wichtigen Gespräche über Bücher auch virtuell führen kann.“

Britta Fietzke // Lektorin // Büchergilde Gutenberg

Stefan Beuse © Simone Scardovelli

„Unabhängiger Buchhandel, das klingt für viele nach Tante-Emma- Laden: liebens- und unterstützenswert, aber: schade, leider bald weg. Hach, naja, Amazon. Jaja, Ketten und Konzerne. Und, natürlich: keiner liest mehr Bücher. Wer soll sich da noch halten? Keiner, der so denkt, war je in einer dieser Buchhandlungen. Denn was man dort sieht, sind keine vergrätzten, gramgebeugten Gestalten, die nur noch ihrer eigenen Abschaffung harren, sondern vor Begeisterung sprühende Euphoriker, die für ihre Sache brennen und eher den Eindruck erwecken, sie hätten gerade das nächste große Ding am Wickel, statt Nachlassverwalter eines überkommenen Kulturguts zu sein. Warum das so ist? Weil eine Expertise mit Herz in einer Zeit, wo jeder Selbstdarsteller seine Meinung ins Netz stellen darf, nicht unwichtiger wird, sondern wichtiger. Weil wir Schatzsucher brauchen, die immer wieder Nuggets aus dem Schlick des Mainstream filtern. Und, natürlich: weil das Buch das nächste große Ding ist. Immer und immer wieder.“

Stefan Beuse // Autor // StefanBeuse.de


Jennifer Jäger

„Begeisterung. Das ist es, was die unabhängigen Buchhandlungen für mich als Leserin so interessant macht. Ich liebe es, mit dem Buchhändler meines Vertrauens über alte Klassiker zu sprechen und gleichzeitig seine neu entdeckten Juwelen zu erleben. Ohne ihn hätte ich viele meiner heutigen Lieblingsbücher wahrscheinlich nie aufgeschlagen.

Unabhängige BuchhändlerInnen entdecken lesenswerte Literatur abseits von Bestsellerlisten und Onlinetrends. Sie bereichern mit ihrer Arbeit nicht nur die Buchbranche, sondern auch die Lesekultur und Veranstaltungswelt. Für mich ist es immer wieder ein tolles Erlebnis, eine unabhängige Buchhandlung zu besuchen – und ich hoffe, dass noch viele weitere Menschen dieses Erlebnis teilen werden.“
Jennifer Jäger // Autorin // Jennifer-Jaeger.com

Larissa Vassilian © Mathias Vietmeier

„40 werden war blöd. Ich wollte keine Party, kein Tamtam. Also ab mit der Familie in meine Heimatstadt Konstanz, Eis essen, fertig. Wir hatten ein Hotel in der Altstadt gebucht, nichts Besonderes. Als wir am ersten Nachmittag unser Zimmer ansteuerten sah ich einen kleinen Bücherladen gegenüber. Ich schickte die Familie ins Hotel und machte noch einen kleinen Abstecher. Es war ein Laden, wie ich ihn liebe: Bücher bis unter die Decke, in der Mitte ein runder Tisch mit vielen Empfehlungen. Und ein sympathischer Buchhändler. Mein Auftrag an ihn: „Kein Kitsch, keine Krimis, keine Übersetzungen“. Er gab mir daraufhin fünf Bücher zur Auswahl. Ich nahm sie alle (war schließlich mein Geburtstag). Es waren Bücher, die ich selber nie in die Hand genommen hätte, die mich äußerlich überhaupt nicht ansprachen, auch nicht vom Titel oder der Handlung. Aber: sie waren alle grandios. DAS können nur echte, leidenschaftliche kleine Buchhandlungen leisten.“

Larissa Vassilian // Journalistin und Podcasterin // AnnikRubens.de

Florian Valerius

„Seit gut 13 Jahren arbeite ich nun in einer lokalen, unabhängigen Buchhandlung – Ich wurde dort ausgebildet und habe mich mittlerweile zum Filialleiter hochgearbeitet. Seit 10 Jahren habe ich mein Stammpublikum, Menschen, die nahezu täglich sehe – Lebenswege, die ich verfolgen darf, Kinder, deren Heranwachsen ich verfolge, Hochzeiten, Trennungen – Sterbefälle. Das echte Leben eben. Ich kenne die Vorlieben der Menschen, die mich aufsuchen, ich weiß, wer was wann gelesen hat, und wer welches Buch zum Geburtstag und zu Weihnachten geschenkt bekommen hat – und noch viel mehr darüber hinaus. Menschen kommen von weit hergefahren, weil die Mama oder die beste Freundin irgendwann mal von meinen Buchempfehlungen geschwärmt haben – und nun ein Geschenk für eben jene Person suchen.
Ich bin Berater, Psychologe, Freund.
Ich bin Teil einer lebendigen Gemeinschaft.
All das kann der Buchhandel sein – wenn Sie es zulassen.“

Florian Valerius // Buchhändler und Blogger // Literarischer Nerd 


Dorle Kopetzky © Oliver Mark

„Seit 12 Jahren lebe ich in einer bayerischen Kleinstadt mit zwei Buchhandlungen, einer sehr kleinen und einem Filialisten, auch auf wenig Raum, aber am schönen Hauptplatz gelegen. Keine Buchpaläste, keine unvergessliche Buchhandlung wie Kiepert in Berlin, in der ich, die ich in Detmold einst Buchhändlerin gelernt habe, sieben Jahre mit größter Freude arbeitete. Am allerliebsten übrigens im Weihnachtsgeschäft, wenn der Laden rappelvoll war, der Buchkauf eine Notwendigkeit und man sogar schwierige Titel an die Leserin bringen konnte. Heute gehen meine Kinder, selbst begeisterte Leser und in Kenntnis des Unterschieds zwischen Buchhandlung und Bibliothek, und ich immer in unsere Buchhandlung, wenn wir in die Innenstadt fahren. Um zu stöbern, um bestellte Bücher abzuholen, um neue Romane oder Kinderbücher zu entdecken, uns mit neuem Lesestoff zu versorgen, ein Pläuschchen mit der Buchhändlerin zu halten oder um zu schauen, ob die von mir betreuten Titel gut präsentiert sind. Ich kann und will es mir nicht anders vorstellen.“

Dorle Kopetzky // Selbstständige Presseagentin für Bücher // Agentur weissundblau


Gabriella Engelmann

„Die Lehre zur Buchhändlerin habe ich in einer kleinen, liebevoll geführten Buchhandlung absolviert, später arbeitete ich bei einer bekannten Kette. Der Buchhändler ist qua Beruf Sortimenter. Seine Aufgabe ist das Auswählen, das genaue Hinschauen, das Finden und Heben von Schätzen. Er muss finanziell etwas wagen, manchmal sogar sich selbst ausbeuten, damit seine Kunden auch Titel abseits des Mainstreams lesen können. Doch selbst im (schlimmsten) Fall der Selbstausbeutung braucht der Buchhandel Umsatz, sonst droht Schließung. Als Autorin fühle ich mich bei Veranstaltungen von Indiebookshops toll betreut. Um sie zu unterstützen, passe ich mein Honorar auch mal deren Möglichkeiten an. Weil ich möchte, dass kulturelle Vielfalt erhalten bleibt, dass es auch in strukturell schwierigen Regionen Buchhandlungen und Lesungen gibt. In einer Welt, die immer schneller, undurchdringlicher und unüberschaubarer wird, ist es enorm wichtig Häfen zu haben, die man ansteuern kann, wenn es darum geht, gute und besondere Bücher zu kaufen. Unabhängige Buchhandlungen sind großartige Ankerplätze!“

Gabriella Engelmann // Freie Autorin, im Herzen immer noch Buchhändlerin // Gabriella-Engelmann.de


Leander Wattig

„Das erste, was ich von der Buchwelt kannte, war der unabhängige Buchhandel – in Person meines Großvaters. Durch ihn wurde mein Interesse geweckt und so kam ich in die Buchbranche. Unabhängige Buchhandlungen stehen für Vielfalt und die brauchen wir mehr denn je. Ich wünsche mir einen Buchhandel, der aus eigener Stärke heraus besteht und nicht über Zeigefinger oder Almosen. Ich wünsche mir aufgeweckte Händler, die vor Ort eine lebendige Community pflegen, dieser eine Plattform im Laden und darüber hinaus bieten und die echte Mehrwerte schaffen. Das ist keine einfache Aufgabe in den heutigen Zeiten, da sich die gesamte Handelslandschaft umwälzt. Doch wer fortwährend Anlaufpunkt ist und wer das eigene Angebot über interessante Veranstaltungen und Kommunikationsanlässe verlängert und belebt, der wird auch künftig gute Chancen haben. Ich freue mich darauf.“

Leander Wattig // Eventkonzepter & Publisher Orbanism // LeanderWattig.com

Daniela Brösel

„Der lokale Buchhandel ist nicht einfach irgendein Laden. Er ist schlichtweg Kultur, den ich im digitalen Zeitalter mehr als zu schätzen weiß: das gedruckte Buch, die Leidenschaft in den Augen der BuchhändlerInnen und nicht zuletzt der geballte Duft von Druckerschwärze. Die Passion von unabhängigen und teils noch inhabergeführten Buchhandlungen ist anders als bei einer großen Kette und allein deshalb schützenswert.
Das Reinlesen und Stöbern vor Ort sowie der Austausch mit den Mitarbeitern ist inspirierend. Die Offenheit mit der Digitalisierung vom Großteil der Händler zeigt, wie flexibel und vielseitig auch kleine Läden sind. Habe ich schon das besondere Flair erwähnt? Das gibt es nur dort! Der lokale Buchhandel verleiht jedem noch so kleinen Ort einen besonderen Zauber und der Besuch bringt gern auch etwas Tröstendes mit sich. Ich für meinen Teil muss beim Vorbeigehen in jede hinein – und wenn es nur kurz zum tief Einatmen ist.“

Daniela Brösel // SEO & Social Media Manager und Bloggerin // Brösels Bücherregal

Philipp Rusch

„Stell dir vor, du triffst auf einen Serienfreak, Bingewatcher der allerersten Stunde, der dir nicht die halbe Handlung nacherzählt und spoilert, bis dein Auge zuckt, der dir nicht das Gefühl gibt, der letzte Hinterwäldler zu sein, wenn du das neueste Netflix Original noch nicht gesehen hast. Ich verrate jetzt etwas. Du triffst diese Menschen in den Straßen deiner Stadt, sie besitzen Läden, die du an den verspielten Schaufenstern erkennst und an dem warmen Licht, das sie verströmen. Es sind solche, die alles kennen, alles lesen, alles wissen, und vor allem, was gut ist. Ihre Serien sind gebunden und geklebt, es gibt sie mit Farbschnitt, geprägt, gestanzt, in Leinen zum dran Reiben – Glanzfolie! – und sogar im Schuber. Guck, sie zeigen es still auf ihren Tischen, in ihren Regalen, an ihren Wänden und Fenstern. Sie hüpfen hier und dort und überall. Und wenn du einfach reden willst, wenn man dir ernsthaft behilflich sein kann – dann … reden sie mit dir! Sie sind für dich da, wenn du sie brauchst. Auch wenn du Hinterwäldler bist. Sie sind nämlich Profis, und sie haben Stil und Niveau und Thoreau.“

Philipp Rusch //  Onlineredakteur bei Kiepenheuer & Witsch  // KiWi Verlag

Simone Stratil

„Im unabhängigen Buchhandel ist das Kauferlebnis etwas Besonderes. In Würzburg habe ich zwei Lieblingsbuchhandlungen, für Belletristik die Buchhandlung dreizehneinhalb, für Comics und Phantastisches Hermkes Romanboutique. Dort gehört zum Buchkauf auch immer der Austausch über Bücher dazu. Mal mit den Buchhändlern, mal mit Gleichgesinnten, die die Buchhandlung als Treffpunkt nutzen. Beide Buchhandlungen haben sich auf ihre Nischen spezialisiert und können mir Buchempfehlungen abseits des Mainstreams liefern, denen ich vertrauen kann. Natürlich kenne auch ich das Problem der fehlenden Zeit und kaufe gerne mal online ein. Aber auch das geht gerade im Buchhandel ganz wunderbar beim unabhängigen Händler, die meisten haben schon lange Online-Shops und bieten auch versandkostenfreie Lieferung an, wenn ich es mal nicht in den Laden schaffe. Auch meine eBooks kaufe ich dort, damit ich am nächsten Samstag wieder in meiner Buchhandlung vorbeischauen kann.“

Simone Stratil // Bloggerin & Bibliotheksfrau // Papiergeflüster

Tina Pfeifer © Stefan Mays

„Ich mag Menschen. Und ich mag Bücher. Vor allem aber mag ich Menschen und Bücher in der Kombination. Ich halte förmlich Ausschau danach. Ich schaue immer genau hin, welche Bücher mir völlig fremde Menschen gerade lesen. Egal ob im Zug, an Flughäfen, auf der Parkbank oder im Hostel am anderen Ende der Welt … Ich bin neugierig, was sie lesen, was sie bewegt und lasse mich davon manches Mal inspirieren. Ganz besonders mag ich deshalb auch die vielen Buchhändlerinnen und Buchhändler in den unabhängigen Buchhandlungen, denn diese tollen Büchermenschen muss ich nicht heimlich beobachten, sondern kann sie ganz konkret fragen, welches Buch sie mir empfehlen mögen. Bis jetzt habe ich so immer ganz außergewöhnliche Bücher entdeckt, denen ich ansonsten vielleicht nicht begegnet wäre.“

Tina Pfeifer // Presse- und Öffentlichkeitsarbeit // lit.RUHR

Anne von Canal © Sophie Kandaouroff

„Als Kind war die kleine feine Buchhandlung bei uns im Ort mein zweites Zuhause. Die Buchhändlerin lebte für die Literatur und dafür, ihre Leidenschaft mit anderen zu teilen. Ihr Herz schlug in den Geschichten – das konnte ich bis zur Wendeltreppe hören, auf der ich Nachmittage lang hockte und vorsichtig in knackfrischen Büchern las. Ich habe diese Begeisterung nie vergessen. Es sind Menschen wie meine Frau Frühwacht, denen ich verdanke, dass meine Bücher zu ihren Lesern finden. Sie kennen ihre Kunden mit Namen und wissen genau, dass Frau Schmidt lieber Geschichten mit Klavieren als mit Kamelen liest, dass es für Herrn Bös nicht traurig genug sein kann, und für Frau Meise nur Romane infrage kommen, in denen niemand stirbt. Es sind die unabhängigen Buchhändler, die dafür leben, auf dreißig Quadratmetern unzählige Welten zu beherbergen und großzügig ihre schützende Hand über uns alle zu halten, die wir nichts Besseres zu tun haben, als ständig neue zu erfinden. Was wären wir ohne sie?“

Anne von Canal // Autorin // Anne-von-Canal.de

Kai Meyer © Martin Steffen

„Buchhändler sind natürlich weit mehr als Buchverkäufer, das weiß jeder. Nur im Buchladen werden mir heute noch Geschichten von Mensch zu Mensch empfohlen, oft mit viel Herz und Enthusiasmus. Ich mag keine Empfehlungen, die nach meinem Kaufverhalten errechnet wurden; vielmehr interessiert mich, was der Buchhändlerin gefällt und ob das etwas sein könnte, das meinen eigenen Geschmackshorizont erweitert. Ich will neue Welten entdecken und Schätze heben, die mir bislang verborgen blieben. Ein guter Buchhändler ist ein Reiseführer, er kennt das literarische Terrain so gut wie die Wanderlust desjenigen, den er fernab des Vertrauten in die Wildnis führt. Buchhandlungen sind – was Nicht-Leser nie verstehen werden – stets Orte großer Abenteuer. Sie sind nicht nur Fenster, durch die wir blicken können, sondern weit geöffnete Türen ins Anderswo.“

Kai Meyer // Autor // Kai-Meyer.de

Claudia Feldtenzer © Fredrik Aaro

„Buchhandlungen sind besondere Orte; nirgends sonst trifft man so viele alte Freunde und lernt dennoch bei jedem Besuch neue kennen. Ich gehe gerne durch die Reihen, schaue mir die Auslagen an, ich streiche über die Bücher, nehme das eine oder andere in die Hand, bekomme Herzklopfen, wenn ich eines in diesen Reihen sehe, das ich selbst betreut habe, ich lese die Texte auf der Rückseite und nehme meist eines mit nach Hause. Mir gefällt, dass so viele Themen und Thesen friedlich nebeneinander stehen, sie ergänzen sich, sie treten in einen Dialog, sie stehen für verschiedene Positionen und treten doch gemeinsam gegen den grassierenden Konsens in der Gesellschaft an. Buchhandlungen sind gute Orte. Sie sind Orte des Gesprächs, der Begegnungen und bunter Vielfalt – und das ist heute wichtiger denn je.“

Claudia Feldtenzer // Presseleitung // Reclam Verlag

Haroon Gordon

„Der unabhängige Buchhandel ist einer der wertvollsten Motoren des lokalen Kulturgeschehens. Mehr noch, die künftige Vielfalt der Literatur wird von ihm abhängen, denn ohne ihn werden die Geheimtipps, die Perlen, die Neu-Entdeckungen und die noch nie dagewesenen Bücher unentdeckt bleiben – und so nach und nach vom Markt verschwinden. Ganz zu schweigen von den wunderbaren Erlebnissen beim Stöbern und Finden in liebevoll geführten Läden, die wir uns selbst und unseren Kindern unmöglich vorenthalten wollen. Das alles zählt mehr, als die logistische Optimierung von Waren und entspricht im Übrigen dem Wesen eines jeden Buches: sich in der Langsamkeit des Lesens zu verlieren, die das Werk dem Leser abverlangt.“

Haroon Gordon // Schriftsteller // Haroon-Gordon.com


Uwe Kalkowski © Vera Prinz

„Wir leben in einem Paradies. Einem Paradies für Leser, Buchliebhaber und Buchkäufer. Es gibt ein dichtes Netz von Buchhandlungen aller Größen und Ausrichtungen, kaum jemand wohnt richtig weit vom nächsten Buchladen entfernt. Diese flächendeckende Versorgung mit Büchern findet man nur im deutschen Sprachraum, sonst nirgendwo. Eine besondere Rolle spielen dabei die unabhängigen Buchhandlungen; Orte, in denen man Bücher entdeckt, von denen man ein paar Minuten zuvor noch gar nicht wusste, dass man sie unbedingt brauchen würde. Orte, in denen engagierte Buchmenschen für unseren individuellen Lektürenachschub sorgen, keine seelenlosen Algorithmen. Orte, die viel mehr literarische Treffpunkte sind als nur Buchverkaufsstellen. Orte, die bedroht sind. Denn dieses Leser-Paradies wird verschwinden, wenn wir es nicht nutzen. Deshalb kann man es nicht oft genug sagen: Lest unabhängig und kauft Eure Bücher im Buchladen Eures Vertrauens. Heute. Morgen. Immer.“

Uwe Kalkowski // Marketingleiter des RWS Verlags, Köln – bloggt als Kaffeehaussitzer über Literatur, Bücher und Leseerlebnisse

Melanie Raabe © Christian Faustus

„Während meiner Lesereise habe ich zahllose große und kleine unabhängige Buchhandlungen in allen Regionen Deutschlands besucht. Seither steht mir noch deutlicher vor Augen, welcher kulturelle und gesellschaftliche Beitrag dort geleistet wird. An diesen Orten kann man nicht nur stöbern und sich fantastisch beraten lassen. Die unabhängigen Buchhandlungen sind vor allem auch Orte der Ideen, des Austauschs, der Debatten. In mancher Fußgängerzone ist die Indie-Buchhandlung das letzte inhabergeführte Geschäft überhaupt. In manchem ländlichen Gebiet ist sie die einzige Instanz, die mit kulturellen Veranstaltungen Impulse gibt. Das alles ist unbezahlbar. Für mich persönlich sind unabhängige Buchhandlungen zudem auch schlicht Lieblingsorte. Sie sind die Plätze, an denen ich diejenigen treffe, die vom gleichen Stern sind, wie ich.“

Melanie Raabe // Schriftstellerin // MelanieRaabe.de

Eliane Wurzer

„Beruflich habe ich hauptsächlich mit E-Books und darum naturgemäß nicht so schrecklich viel mit unabhängigen Buchhandlungen zu tun. Umso mehr nutze ich jede private Gelegenheit, um in den wunderbaren Schwabinger Buchhandlungen zu stöbern, zusammen mit meinen Kindern Neues zu entdecken und die ganz eigene Atmosphäre jeder Indie-Buchhandlung zu genießen – die ist je nach Inhaber und Ausrichtung natürlich unterschiedlich, aber eins ist allen gemeinsam: die Liebe zum Buch und das Engagement für die Literatur– und tatsächlich waren es auch die kleinen Buchhandlungen meiner Schwarzwälder Heimat, die beides auch in mir geweckt haben!“

Eliane Wurzer // Leitung digitale Labels // Piper Verlag

Torsten Woywod © Fotostudio Berns

„Wie die Stadt aussieht, in der wir leben, bestimmen wir durch unser Einkaufsverhalten maßgeblich mit. Unabhängig vom Buchhandel ist es daher IMMER eine sehr lohnenswerte und lobenswerte Einstellung, lokal einzukaufen … bei Unternehmen aus der Region, die ein persönliches und nachhaltiges Interesse daran haben, dass der jeweilige Standort bunt, vielfältig sowie lebenswert ist (und bleibt). Für Buchhandlungen gilt dies in ganz besonderem Maße: Buchhandlungen sind Kulturvermittler, Kulturförderer und Kulturverführer. Buchhandlungen holen Deinen Lieblingsautor in die Stadt, sie unterstützen Kindergärten und kooperieren mit Schulen –  nicht selten sind sie das kulturelle Zentrum und die gute Seele eines Ortes. Ohne das grenzenlose Engagement und die Leidenschaft Tausender Buchhändlerinnen und Buchhändler wäre dies nicht möglich. Sie lieben ihren Beruf – in kaum einer anderen Branche kann man dies mit so viel Gewissheit sagen. Denn: man spürt es. Bei jedem einzelnen Besuch. Vielen Dank dafür!“

Torsten Woywod // Autor // Around the world in 100 Bookshops

Dietrich zu Klampen © Verlag

„Für uns unabhängige Verlage bedeuten die unabhängigen Buchhandlungen alles. Sie nehmen den Begriff „Sortimenter“ auf eine andere Weise ernst, als das die großen Ketten tun: Da gibt es noch Individuen, die das, was sie in ihrer Buchhandlung zeigen und verkaufen, mit Bedacht ausgewählt haben. Sie konzentrieren sich nicht nur auf den Mainstream sondern stöbern in den Programmen unabhängiger Verlage, weil sie sich von den anderen unterscheiden wollen. Großartig! Uns ist klar: Gerät der unabhängige Buchhandel in Schwierigkeiten, haben auch die unabhängige Verlage nichts mehr zu lachen. Darum freut es mich ja so, dass es der Kurt Wolff Stiftung zur Förderung einer unabhängigen Literatur- und Verlagsszene gelungen ist, den Buchhandlungspreis zu initiieren. Nur gemeinsam sind wir stark!“

Dietrich zu Klampen // Verleger // zu Klampen Verlag


Lisa Bluhm © Frank Krems

„Meine Leidenschaft für Bücher und das Lesen wurde schon ganz früh geweckt, nicht zuletzt dank der kleinen Buchhandlung in unserem Stadtteil, in der ich fast jede Woche mit meiner Mutter gestöbert habe. Heute sorgen unabhängige Buchhandlungen nicht nur dafür, gentrifizierte Stadtviertel bunter wirken zu lassen; sie machen Bücher vor allem sichtbar und laden zum Verweilen ein. Für mich persönlich sind sie deshalb Orte, an denen mein sonst so schnelllebiger Alltag eine kurze Pause erfährt.“

Lisa Bluhm // PR-Beraterin // Politycki & Partner


Peter Prange © Gaby Gerster

„Natürlich freue ich mich als Autor, wenn Amazon meine Romane verkauft. Aber ich selbst? Nein, ich kaufe meine Bücher vor Ort, bei Osiander in Tübingen, und zwar aus einem einfachen Grund: Hier habe ich als Student so viele Bücher geklaut, dass ich denen das schuldig bin. Kann es eine innigere Beziehung zu einer Buchhandlung geben? Keine Ahnung. Aber eines weiß ich gewiss: Eine solche Beziehung wäre zu keinem Online-Buchhändler der Welt möglich. Darum meine Regel: Gekauft wird dort, wo auch geklaut werden kann. Ein Gebot der Fairness!“

Peter Prange // Autor // PeterPrange.de


Katharina Hierling

„Ich habe während des Studiums einige Jahre in Buchläden gearbeitet. Zwei Situationen sind
mir besonders in Erinnerung geblieben. Nummer eins: Eine Kundin hatte eine Liste mit Büchern dabei. Leider alles absolute Lieblingsbücher von mir, sodass ich keins davon mehr
als die anderen empfehlen konnte. Ich habe ihr also kurzerhand Lose gebastelt. Sie hat „Der größere Teil der Welt“ von Jennifer Egan gezogen. Ein sehr gutes Los! Nummer zwei: Ich habe am Tag nach den Anschlägen in Paris in einer kleinen Kiezbuchhandlung gearbeitet. Überall in den Medien wurde das Thema hin und her gewälzt. Im Buchladen aber habe ich den ganzen Tag über kein einziges Mal darüber gesprochen. Ich hatte das Gefühlt, dass dieses Thema ganz bewusst vor der Tür blieb und die Kunden sich an diesem Tag in den Laden zurückgezogen und lieber noch ein Buch mehr gekauft haben. Es sind diese kleinen Momente, die man so vielleicht nirgendwo sonst findet. In Buchläden können wir für einen Augenblick aus der Zeit fallen und in einem Buchhändler einen
Vertrauten finden, der weiß, was wir gerade brauchen.“

Katharina Hierling // Lektorin im Hoffmann und Campe Verlag


Jürgen Bauer

„Buchhandlungen sind wie WGs: Wohngemeinschaften, in denen ganz unterschiedliche Autorinnen und Autoren Platz finden. Damit es nicht zu Streit und Missgunst kommt, Stile friedlich nebeneinander leben, keiner die Putzpflicht vergisst und alle die WG rechtzeitig wieder verlassen – also jedes Buch seine Leserschaft
findet –, braucht es kundige Menschen: Buchhändlerinnen und Buchhändler, die mit Wissen, Fingerspitzengefühl und Witz ihre persönliche WG zusammenstellen und pflegen. In Wien bin ich Gast in herrlich unterschiedlichen Wohnungen: Petra Hartlieb sorgt für Nahversorgung beim Arbeitsplatz, die wunderbare Petra Hofer mit ihrer Grätzlbuchhandlung kennt meinen Buchgeschmack besser als ich selbst, und die Burschen der Buchhandlung Löwenherz versorgen mich mit schwul-lesbischer Literatur abseits des Mainstreams. Unabhängige Buchläden sorgen eben für Vielfalt im Mit- und Nebeneinander der Lebens- und Literaturentwürfe.“

Jürgen Bauer // Autor // JuergenBauer.at


Lothar Sand © Martin Ohnesorge

„Die Unsterblichkeit ist nicht jedermanns Sache. Dieses Zitat, manchmal Kurt Schwitters, anderswo Goethe zugeschrieben, gilt auch für unabhängige Buchhandlungen. Denn längst nicht alle sind toll und unverwechselbar, entsprechend werden einige früher oder später auch verschwinden. Aber die, die mit Leidenschaft lesen, empfehlen, vermitteln und – auch wichtig – verkaufen; die eine Strategie für ihr Sortiment haben, in dem es sich zu stöbern lohnt, weil man suchen darf, ohne zu wissen wonach und finden kann ohne zu suchen, die werden bestehen – weil sie eben keine austauschbaren Shops vermeintlicher Marken sind, sondern Geschichten-Orte mit W-LAN, Webshop und gutem Kaffee, an denen man für sich sein darf und gleichzeitig andere trifft: Leser, Autoren, Ideen. Und das
fänden auch Schwitters und Goethe gut.“

Lothar Sand // Referent beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.


Ursula Poznanski

„Buchkauf ist für mich immer eine Entdeckungsreise, eine Schatzsuche. Die schönsten Reisen habe ich oft in den kleinsten Buchhandlungen erlebt, mit engagierten BuchhändlerInnen als Reiseleitern, die mich auf wundervolle Geschichten abseits der Bestsellerlisten aufmerksam gemacht haben. Sie kennen ihr Sortiment, sie kaufen nicht nur nach Absetzbarkeit, sondern auch nach Neigung ein; manchmal schaffen sie kleine, feine, eigene Trends. Wer sich heutzutage darauf einlässt, eine unabhängige Buchhandlung zu betreiben, hat einen Hang zum Abenteuer. Vielleicht macht es deshalb so viel Spaß, dort einzukaufen.“

Ursula Poznanski // Autorin // Ursula-Poznanski.de


Volker Oppmann © Tobias Tanzyna

„Der unabhängige Buchhandel ist in Zeiten, in denen unsere Aufmerksamkeitsfenster auf die Größe von Smartphone-Displays schrumpfen, unverzichtbar. Er macht die Vielfalt sichtbar, indem er sie über Schaufenster, Angebotstische und Regale zelebriert.

Das Entscheidende dabei ist das individuelle Sortiment: die Auswahl, das Weglassen, die Konzentration auf das Wesentliche – die Schätze, die man aus der permanenten Flut von Neuerscheinungen geborgen hat. Wohl dem, der einen solchen Buchhändler hat!“

Volker Oppmann // Gründer // mojoreads.com


Enja Jans

„Hallo Frau Jans, möchten Sie einen Kaffee?” Unbedingt, aber erst drehe ich eine Runde um meinen Lieblingstisch mit Neuerscheinungen, lese die kurzen Rezensionen der Mitarbeiter oder den Zeitungsausschnitt, der im Buch steckt oder schlage einfach mittendrin auf und versinke für ein paar Minuten in einer Geschichte. Dann balanciere ich die erste Auswahl in Richtung meines Cappuccinos, werfe meinen Mantel über den Stuhl und lasse mein Handy in der Tasche verschwinden. Hier und jetzt, in der kleinen, feinen Buchhandlung um die Ecke, beginnt oft ein Samstagmorgen, kostbare Offline-Zeit, Zeit für Geschichten und guten Gespräche mit Menschen, die ihre Liebe zu Büchern weitergeben: persönlich, aufmerksam und mit Leidenschaft, Vorlieben und Wünsche erspüren, inspirieren und neugierig machen – jedes Mal entlassen mich „meine Buchhändler” beseelt und glücklich wieder in die Welt. So und nicht anders. Für immer bitte.“

Enja Jans // Herausgeberin des Büchermagazins MOKA


Manuela Hofstätter

„Seit ich nicht mehr selber aktiv als Buchhändlerin in einer kleinen, feinen Buchhandlung stehe und Bücher vermittle, habe ich noch einen grösseren Drang unbedingt jede Buchhandlung betreten zu wollen. Buchhandlungen sind magische Orte, wir treffen auf helle Köpfchen, die ganze Welt und finden immer etwas, ob wir es gesucht haben oder eben auch nicht. Wenn ich eine Buchhandlung verlasse, fühle ich mich bereichert und leichter, obschon ich in der Regel dann immer schwerer zu tragen habe. Eine Buchhandlung ist etwas vom Wichtigsten überhaupt im Leben!“

Manuela Hofstätter // Bloggerin & Literaturexpertin // Lesefieber.ch


Mario Giordano

„Ich schreibe für mich, ich drucke für Geld.“, erklärt Puschkin und so halte ich es auch. Da ich vom Schreiben lebe, habe ich ein existenzielles Interesse daran, dass meine Bücher auch zu ihren Lesern finden. Ich finde gar nicht, dass der Handel das Buch als schützenswertes Kulturgut betrachten muss, denn hey, ihr verkauft hier kein abgelaufenes Sauerbier, sondern mitunter ziemlich heißen Scheiß! Und natürlich freue ich mich, wenn mein Verlag mit hohem Marketingeinsatz Flächen für „Tante Poldi“ bei den Filialisten anmietet. Aber tatsächlich halte ich den unabhängigen Sortimentsbuchhandel für effektiver und vor allem nachhaltiger. Denn nichts, aber auch gar nichts schlägt die Leidenschaft und die Kompetenz mit der unabhängige Buchhändler es verstehen, bei vollem wirtschaftlichen Risiko immer und immer wieder Matches zwischen Kunde und Buch herzustellen, und sich damit zu wundervollen und unverzichtbaren Kupplern der Literatur zu machen.“

Mario Giordano // Autor // MarioGiordano.de


Sarah Reul

„Ihr unterstützt mit dem Einkauf in unabhängigen Buchhandlungen die Existenz von Orten, die für kulturelle Vielfalt in euren Städten sorgen. Lokal kaufen trägt dazu bei, dass weiterhin Geschäfte in der Innenstadt vorhanden sind, die Fachkompetenz und persönlichen Service bieten.Wenn ihr lokal einkauft, unterstützt ihr die Infrastruktur eurer eigenen Heimat und sorgt dafür, dass ihr auch weiterhin vor Ort verlässliche AnsprechpartnerInnen habt.

Unsere Kundinnen und Kunden sind ein Teil des Buchladens und ihr spornt uns durch euer Vertrauen und eure Unterstützung tagtäglich dazu an, eure erste Anlaufstelle für Bücher sein zu wollen. Danke dafür!“

Sarah Reul // Buchhändlerin // Buchladen am Freiheitsplatz – Hanau


Sina Schröder

„Als Mitarbeiterin der Bücherhallen leihe ich viele Bücher aus. Aber manche möchte ich natürlich auch besitzen, sie zuhause ins Regal stellen und ihnen ab und an verschwörerisch zuzwinkern. Außerdem verschenke ich gern Bücher. Diese Bücher kaufe ich dann bei der Buchhandlung meines Vertrauens, Ulrich Hoffmann in Hamburg-Barmbek. Dort ist immer Zeit für einen Schnack und persönliche Beratung und ich finde es ganz toll und wichtig, eine Buchhandlung in meinem Stadtteil zu haben! Und falls mal keine Zeit für einen Besuch vor Ort ist, bestelle ich online über die Homepage. Das geht ganz fix und die Bücher werden versandkostenfrei zu mir nach Hause geliefert, meist schon am nächsten Tag. Dass ganz viele unabhängige Buchhandlungen auch liefern – und zwar ebenso schnell und kostenlos wie die großen Anbieter – ist vielen glaube ich gar nicht bewusst. Das sollte es meiner Meinung nach aber sein, also bitte weitersagen.“

Sina Schröder // Social Media Managerin // Bücherhallen Hamburg


André Pleintinger

„Ich bin in der niederbayerischen Provinz aufgewachsen. Buchhandlungen hat es in der Grundschulzeit für mich nicht gegeben. Erst später, als ich auf das Gymnasium der „großen“ Kreisstadt Deggendorf wechselte, hat sich ein neues Universum – die Literatur – für mich aufgetan. Das ging so weit, dass ich den Unterricht schwänzte, um in der kleinen feinen Buchhandlung um die Ecke Maupassants Bel Ami zu lesen, anstatt zu lauschen, wie man Soll-Ist- Vergleiche durchführt. Bei aller Notwendigkeit eines korrekten Rechnungswesens war das kein Fehler. Mir haben sich in Buchhandlungen andere Welten offenbart, und in Ihnen ist mein Berufswunsch entstanden: Ich wollte Bücher machen. Ich bin froh, dass es den unabhängigen Buchhandel gibt. Durch die Leidenschaft seiner Mitarbeiter und durch die Vielfalt seiner Sortimente hilft er, Wege in einer Welt zu erschließen, die zunehmend alternativlos scheint. Die Literatur eröffnet neue Möglichkeiten, andere Sichtweisen, und ja, sie kann gefährlich sein, sie ist revolutionär, aber sie entwickelt auch – und das ist wichtig – Visionen!“

André Pleintinger // Lektor // AndrePleintinger.com


Jenny Schwerin

„Für mich als Buchliebhaberin gibt es nichts Schöneres als an Regalen entlangzuwandern und sich ganz in der Welt der Bücher zu verlieren – dies kann man aber nur in einer Buchhandlung. Man kann ungestört Stöbern, mit anderen Buchmenschen ins Gespräch kommen, in der Atmosphäre der Buchhandlung abtauchen und man geht – garantiert – mit mehr Büchern nach Hause, als man es geplant hatte. Seit ich im Loewe Verlag arbeite, weiß ich durch den häufigen Kontakt zu den Händlern, Buchhandlungen noch mehr zu schätzen. Durch unseren Außendienst bekommen wir direktes Feedback aus dem Handel! Das ist für uns wichtig und auch immer sehr spannend, da wir so unmittelbar erfahren, wie unsere Bücher beim Endkunden ankommen und auch nach Möglichkeit auf Verbesserungsvorschläge und Wünsche reagieren können.“

Jenny Schwerin // Pressereferentin // Loewe Verlag


Dr. Rainer Moritz

„Angefangen hat es mit den Hohlstunden. Wenn wir ins Stehkaffee zogen und über Gott, die Welt, blöde Lehrer oder Bundesligaspiele diskutierten. Auf dem Rückweg durch die Heilbronner Titotstraße machte ich halt bei Carmen Tabler, der schönen, schwarzmähnigen, „linken“ Buchhändlerin, und legte große Mengen meiner überschaubaren Mittel bei ihr an. Die Fontane-Kassette aus dem Nymphenburger Verlag zum Beispiel habe ich bei ihr gekauft, und immer wenn ich heute den Buchstaben „F“ in meinem Regal passiere, denke ich an Carmen Tabler – und daran, wie ihr selbstbewusst geführter Laden meine Schulzeit schöner gemacht hat. Buchhandlungen sind für mich rettende Oasen geblieben, zwischen Starbucks- und H&M-Einerlei. Egal, ob in Herne, Speyer, Stade oder Gernsbach: Behutsam betrete ich sie, lasse mich verführen, schmökere, tausche mich aus, ertrage den indignierten Blick der belesenen Buchhändlerin, wenn ich Unwürdiges – sagen wir: Howard Carpendales Autobiografie – bestelle, und ziehe beladen, um etliche Euro ärmer und glücklich von dannen. So soll es bleiben.“

Rainer Moritz // Leiter des Literaturhauses Hamburg, Autor und Kritiker


Karin Schmidt-Friderichs © Bjørn Fehl Photography

„Ich suche nicht, ich finde.“ Was Pablo Picasso zum Prozess des künstlerischen Schaffens gesagt hat, gilt meines Erachtens in digitalen Zeiten auch für das Kaufverhalten von Kunden. Wer weiß, was genau er (oder sie) will, der muss nicht mehr in die Stadt. Oft aber wissen wir Menschen nicht genau, was wir wollen, haben aber große Lust, zu finden. Das tun wir dort, wo wir überrascht werden. Wo jemand sich die Mühe gemacht hat, das unendliche Angebot zu filtern, ein Sortiment zu kuratieren. Für die Menschen, die er kennt und denen er einen Ort des Entdeckens bietet.

Für mich sind unabhängige Buchhandlungen solche Orte glücklichen Findens. Weshalb ich – die ich doch immer wieder denke, die Branche und die Programme zu kennen – aus guten Buchhandlungen auch immer mit Büchern herauskomme, die ich nicht gesucht habe. Danke dafür, liebe Indepentents!!!“
Karin Schmidt-Friderichs // Verlegerin // Verlag Hermann Schmidt Mainz

Gianna Fröde

„Statt sich stundenlang durch Websites zu klicken, einfach vor einem Tisch mit ausgesuchten Empfehlungen stehen und jedes Buch in die Hand nehmen können. Blick ins Buch? Bei uns Standard. Noch schnell ein Geschenk für heute Abend? Unsere Bücher kann man sofort mitnehmen. Zugegeben, das kann jede Buchhandlung, ob unabhängig oder nicht. Aber wollen wir, egal in welcher Stadt wir unterwegs sind, jedes Mal vor den gleichen Regalen mit den gleichen
Büchern stehen? Oder wollen wir doch lieber individuelle Empfehlungen und Schwerpunkte von echten Lesern (denn das sind Buchhändler genau wie ihre Kunden), die sogar noch aus der Gegend kommen und wissen, was hier gerade interessant und wichtig ist? Apropos wichtig, wir verkaufen nicht nur Bücher, sondern fördern Kultur. Wir diskutieren, laden Autoren ein, lesen vor. Noch Fragen? Wir sind für euch da.“

Gianna Fröde // Buchhändlerin // Buchhandlung Reuffel – Koblenz

Rebekka Pax © Ellen Schmauss

„In kleinen Buchhandlungen steckt viel Herzblut. Sei es in der kreativen Präsentation auch abseits der Bestsellerlisten, der persönlichen Beratung oder einfach, weil sich meine Lieblingsbuchhandlung anfühlt, wie das Wohnzimmer eines besonderen Menschen, wo man gerne verweilt und stöbert und ganz schnell die Zeit vergisst. Lesungen, Poetry Slams und Musik runden das Angebot perfekt ab. Erleben kann man das in Mülheim an der Ruhr bei Michael Fehst in der Buchhandlung am Löhberg!“

Rebekka Pax // Autorin

Thomas Koch

„Der lokale, unabhängige Buchhandel ist ein unverzichtbarer Teil nicht nur meines persönlichen, sondern des kulturellen Lebens überhaupt. Buchhandlungen sind kulturelle Lichtpunkte in den Städten und Vierteln. Sie sind Orte, an denen Bücher im öffentlichen Raum sichtbar und die Geschichten und Themen darin in die Gesellschaft getragen werden. Mit enormer Leidenschaft und großem Engagement vermitteln Buchhändlerinnen und Buchhändler Kultur, Inspiration und Lesefreude. Gerade kleine Buchhandlungen betrete ich jedes Mal mit einer ungemeinen Entdeckerfreude. Keine ist wie die andere, und es gibt kaum eine, in der ich nichts Neues finde und mitnehme.“

Thomas Koch // Pressesprecher // Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Chris Campe © Verena Brüning / Berlin

„In der Kleinstadt, in der ich mit 19 meine Ausbildung zur Buchhändlerin machte, gab es zwei Buchhandlungen: eine mit Schreibwaren und eine mit literarischem Anspruch. In der mit dem literarischen Anspruch baute sich einmal eine Kundin vor mir auf, verschränkte die Arme und fragte mit abschätzigem Blick: „Haben sie Ahnung von Literatur?!“ Nach zweieinhalb Jahren solcher Begegnungen ist man natürlich für immer für diese Branche eingenommen …

Idealerweise hat man im Leben eine Stammbuchhandlung, deren Buchhändlerinnen die eigene Lesebiografie und Interessen so gut kennen, dass sie einem mit den Worten „wir haben da was Neues bekommen …“ ganz gezielt Bücher unter die Nase halten, die man sonst übersehen hätte, aber sofort haben muss. Das Besondere an unabhängigen Buchhandlungen sind die Menschen, die dort ihr Sortiment ganz individuell zusammenstellen und die Beziehung, die man mit ihnen über Jahre pflegt.“

Chris Campe // Designerin und Autorin // AllThingsLetters.com

Inge Löhnig © Frank Bauer

„Auf den Wochenmarkt zu gehen ist für mich ein großes Vergnügen. Die Vielfalt an Obst und Käse, an Gemüse und Brot, nicht nur aus der Region, sondern auch aus fernen Ländern, das Gespräch mit den Händlern, die Qual der Wahl. Was nehme ich nun? Nicht anders ergeht es mir beim Bücherkaufen. Die Buchhändlerin, die weiß, was ich gerne lese und schon mit einer Empfehlung auf mich wartet. Die gespannte Erwartung, die in mir aufsteigt, wenn ich die Bücherstapel auf den Tischen durchstöbere. Was werde ich entdecken? Womit werde ich nach Hause gehen? Das Knistern von Papier, der seidige Glanz der Lesebändchen, das Lesen der ersten Seiten, das Eintauchen in Geschichten und dann die Qual der Wahl. Welches Buch kaufe ich nun? Meistens mehr, als ich vorhatte. Auf dieses Vergnügen könnte ich nicht verzichten.“

Inge Löhnig // Autorin // Inge-Loehnig.de

Michalis Pantelouris © Miriam Kaefert

„Schreiben ist eine einsame Aufgabe: Eine Suche nach Wahrheit tief in dir, und das Ringen darum, sie sichtbar und verständlich zu machen. Sie ist verbunden mit Angst: dass es schiefgeht; dass es niemand versteht, oder mag. Dass es Mist ist. Ich habe keine Ahnung, warum andere Menschen schreiben, aber ich glaube, mein tiefster Antrieb ist der Wunsch, verstanden zu werden. Für mich sind Bücher vor allem das: Symbole des Versuchs, zu verstehen. Die Welt. Uns gegenseitig. Und uns selbst. Ich glaube, auch deshalb sind Buchhandlungen – und da vor allem die eigensinnigen, einzigartigen, die mit Charakter – überall auf der Welt kleine Tempel dessen, was die schönste und vornehmste Aufgabe von uns Menschen ist. Und gleichzeitig die größte Freude: Uns in die Seele zu blicken. Alles Schöne und Schlimme, alles Große und Alberne, alle Weisheit und Widersprüche, die Menschen ausmachen, in eine Form zu bringen, die macht, dass wir das alles ertragen. Und genießen. Und dabei wachsen. Deshalb liebe ich Buchhandlungen: Sie sind der Ort, wo aus einsam gemeinsam wird.“

Michalis Pantelouris // Journalist & Autor („Liebe zukünftige Lieblingsfrau“) // Pantelouris.de

Holger Wienpahl © ARD

„Ich glaube, es war der Duft. Dieser Duft nach Papier. Und ich ließ mich so gerne von ihm verführen. Damals. In Wuppertal. Vor ich weiß nicht mehr wie vielen Jahren. Aber ich habe diesen Duft geliebt. Er hat mich angezogen. Immer und immer wieder. In diese kleine Buchhandlung. Nettesheim. Kinderbücher: Was ist was. Perry Clifton. Die fröhlichen Falkenbergs. Ich musste sie lesen. Mit besten Empfehlungen der Buchhändlerin. Sie kannte alles … wusste alles. Vor allem, was mir gefällt. Ohne Nettesheim hätte ich sie nie entdeckt: meine Leidenschaft für Literatur. Nettesheim gibt es schon lange nicht mehr. Verduftet. Wie schade.“

Holger Wienpahl // Moderator // Holger-Wienpahl.de

Katharina Eichler © Raimund Verspohl

„BuchhändlerInnen, die mit Leidenschaft für Bücher trommeln, die sie begeistert haben; die mit spitzem Bleistift gerechnet AutorInnen für Lesungen einladen, weil Ihre Stammkunden danach gefragt haben. Mit Liebe geführte und sortierte Läden, deren Regale nicht nur eine Aufstellung der Bestsellerliste wiederspiegeln. Seit meinem ersten (bewussten) Besuch in einer Buchhandlung führen mich alle diese Punkte immer wieder zurück in die „kleinen“, die unabhängigen Buchhandlungen – und immer hinaus mit mehr Büchern, als ich eigentlich kaufen wollte. Denn hier entdecke ich eigentlich immer das ein oder andere interessante Exemplar, das mir zuvor noch nicht begegnet war. Und wenn mir dann eine Freundin ein Buch ans Herz legt, weil es ihr zuerst von der Buchhändlerin ihres Vertrauens empfohlen wurde, weiß ich, dass wir mehr denn je diese Vielfalt der unabhängigen Buchhandlungen bewahren und fördern sollten.“

Katharina Eichler // Pressereferentin // Penguin Taschenbuch Verlag & Pantheon Verlag

Katrin Weiland © Stefan Albrecht

„I love unabhängige Buchhandlungen, diese kleinen und mittelgroßen, mit Millionen Figuren, Kulissen und Welten auf engstem Raum vollgestopften, mit absurden, lustigen, tragischen, komischen, lyrischen und epischen Erzählungen bis unter die Ecke ausstaffierten, diese ergreifenden, sinnlichen, bibliophilen, die geniale Erfindung des Buches täglich feiernden, dem Gespräch über die Literatur extrem zugeneigten, ja dieses geradezu herausfordernden, meist gegen die kapitalistische Logik heldinnenhaft agierenden, entschleunigten, kontemplativen, paradiesischen, geistigen, anmutigen, eventuell selbst einer grandiosen Fiktion entstammenden, manchmal geradezu erhabenen und heiligen Orte, an denen Bücher leidenschaftlich oder kenntnisreich ausgewählt und empfohlen werden.“

Katrin Weiland // Ansprechpartnerin Junges Literaturhaus Hamburg

Helga Schuster

„Da ich beruflich sehr viel lese, wird jedes Buch, das nur für mich sein soll, genau ausgesucht. Und das mache ich am liebsten beim Buchhändler meines Vertrauens. Der Laden ist klein, mitten im Krätzl, in der Auslage hängt täglich die Tageskarte, auf der zwei Titel empfohlen werden. Oft trafen seine Empfehlungen ins Schwarze und jeder Besuch ist eine Endeckungsreise.

Aber nicht nur er. In ganz Österreich gibt es unzählige wunderbare Menschen die sich ganz dem Buch verschrieben haben. Sie sind die, die neugierig sind und neugierig machen. Sie machen mein Leben bunt – beruflich und privat. Und halten mich regelmäßig davon ab, dass ein Buch aus dem Haus der Beliebigkeit in meinem Regal landet.“

Helga Schuster // Verlagsvertreterin // Verlagsvertretung Schuster

Lennart Schaefer

„Ich bin im Prinzip in der Buchhandlung um die Ecke groß geworden, habe Lieblingsbücher empfohlen bekommen und konnte bei Vertretergesprächen dabei sein. Bei Veranstaltungen durfte ich Bücher vorstellen und ich wurde bei meinem Weg ins Verlagswesen unterstützt. Das war die Buchhandlung von Gellhorn, kaum eine halbe Stunde mit dem Fahrrad von mir entfernt. Mit dem Leseclub der Buchhandlung Christiansen in Hamburg durfte ich Teil der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises sein. Durch diese beiden Buchhandlungen habe ich viele großartige Bücher gelesen, wundervolle Autoren kennengelernt, meinen Platz in der Verlagsbranche gefunden und mich bei all den Büchermenschen so sehr Zuhause gefühlt. Ohne sie wäre das nicht möglich gewesen. Deshalb kaufe ich Bücher immer noch lieber in den unabhängigen Buchhandlungen ein, die gute Bücher groß machen und nicht jene mit dem größten Marketingbudget.“

Lennart Schaefer // Blogger & Auszubildender // Bastei Lübbe AG 

Andrea Herzog

„Eine „richtige“, also unabhängige Buchhandlung ist für mich vieles: Inspirationsquelle, Treffpunkt mit interessanten Menschen, zuverlässiger Anbieter von persönlichen Geschenken, Ort zum Verweilen, Rückzug vom Alltagsgetöse, Aushängeschild des jeweiligen Ortes oder Stadtteils. Und so freue total, dass im Ort meiner Kindheit auf dem Marktplatz eine neue Buchhandlung aufmacht. Ich wünsche Markus Schneider und der Buchhandlung „Taube“ in Waiblingen alles Gute und weiß genau, wohin ich beim nächsten Besuch des Städtchens als Erstes hingehen werde!“

Andrea Herzog // Verlegerin // Hörcompany

Kirsten Reimers © Dirk Schönfeld

„Der unabhängige Buchhandel ist enorm wichtig, um die große Bandbreite von Literatur für Leser*innen bereitzuhalten. Die großen Ketten legen meist mehr Wert auf schnelle Verkäuflichkeit und fixen Warenumschlag. Im unabhängigen Buchhandel hingegen spielen Expertise und ein gutes Gespür für Qualität eine entscheidende Rolle – und natürlich auch die gute Kenntnis der Kund*innen und deren Lesewünsche. Deshalb ist der unabhängige Buchhandel der Garant für eine facettenreiche und vielfältige Literatur jenseits von Mainstream und Bestsellerlisten. Es gibt so viele tolle und aufregende, ungewöhnliche und auf wunderbare Art irritierende und beglückende Bücher, und der unabhängige Buchhandel ist der Ort, sie zu entdecken!“

Kirsten Reimers // freie Literaturwissenschaftlerin und -kritikerin // Kirsten-Reimers.de

Klaus Eck

„Wenn ich als Tourist durch eine Stadt bummle, gehört der Besuch von Buchhandlungen zu meinem Besuchsprogramm einfach dazu. Obwohl sehr stark digital unterwegs bin, liebe ich gut ausgestattete, kreativ aufgesetzte Regalreihen. Dabei prägen lokale, unabhängige Buchhändler mit ihrem individuellen Programm den ersten Eindruck, den ich von einer Stadt gewinne. Ich liebe es, den unterschiedlichen Charakter von Buchhandlungen zu erkunden und lasse mich gerne von der jeweiligen Auswahl überraschen. Demgegenüber reizen mich standardisierte Programme der großen Ketten weniger. Sie wirken oft austauschbar und verführen mich nicht dazu, neue mir zuvor unbekannte Romane zu entdecken. Dem Charme einer geschmackvollen Buchhandlung, die ein Konzept aufweist, kann ich mich nur schwer entziehen. Wenn ich Neues entdecken will, gehe ich in meine Lieblingsbuchhandlungen. Bekanntes finde ich hingegen schnell und leicht online.“

Klaus Eck // Gründer und Geschäftsführer der Münchner Content-Marketing-Agentur d.Tales

Luise Schitteck © Stefan Friedrichs

„Ich glaube, dass der unabhängige Buchhandel unverzichtbar ist, um die wunderbare Bandbreite der Buchwelt an die Leserinnen und Leser heranzutragen. Ein Buchhändler und eine Buchhändlerin verkauft nicht allein ein Buch, sondern im Idealfall auch die eigene Begeisterung für diese Geschichte. Oder für den Verlag, für den Autor, für die Autorin, für Veranstaltungen. (Man kann ja nicht alles lesen.) In jedem Fall kann eine Buchhandlung ein Ort für Begegnungen sein. Mit neuen Büchern, neuen Blickwinkeln, neuen Menschen und damit eine Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern. Mit Empfehlungen, die überraschend sind und eben gerade deswegen wertvoll. Ich wäre ohne meine Stammbuchhandlung nicht die Leserin, die ich heute bin und damit auch nicht der Mensch, der ich bin. Für mich werden unabhängige Buchhandlungen immer Weltenöffner sein.“

Luise Schitteck // Senior Account Managerin // libreka!

Nikola Richter

„Leseglück, die Buchkönigin, ocelot, Stadtlichter, Tucholsky Buchhanldung, Hacker & Presting, Buchbox, ebert & weber, b_books, pro qm, Motto, Dante Connection, Buchladen zur schwankenden Weltkugel, Libelle, Schwarze Risse, uslar & rai , buch bund, do you read me? … Dies sind nur einige Namen von unabhängigen Buchhandlungen in Berlin. Hat jemand schon einmal die Poesie von Buchhandlungsnamen wissenschaftlich untersucht? Was draufsteht, ist nämlich auch drin: Sprachschätze und Stil, keine 0815-Soße. Und auch Ihnen fällt sicherlich sehr schnell ein verlockender Buchhandlungsname ein, oder? Falls nicht, raten wir zu einem kleinen Abstecher. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie mal nicht Ihren Arzt oder Apotheker.“

Nikola Richter // Verlegerin // mikrotext

Fabienne Houdret

„Hallo! Ich suche ein Buch für meine Schwester, sie reist viel, hat Kinder und nicht so viel Zeit, liest aber gerne vor dem Einschlafen. Manchmal träumt sie davon, auszuwandern in ein warmes Land, in dem sie jeden Tag Kokosnüsse essen kann. Irgendwas Spannendes wäre gut, aber unbedingt auch ein bisschen lustig.“
Der Mitarbeiter meines Lieblings-Buchladens im Hamburger Karoviertel war mir aufmerksam gefolgt. Sein Blick hatte etwas Nachdenkliches und zugleich etwas Aufgeregt-Vergnügtes, während er zielsicher auf ein Regal zusteuerte. Kurz darauf hielt ich ein Buch in Händen, dessen Cover-Illustration meine Gedanken in ferne Länder reisen liess – ehe ich mich genüsslich einer zufällig aufgeschlagenen Seite widmete.“

Fabienne Houdret // Illustratorin // Houdret.de

Linus Geschke © Marc Hillesheim

„Buchhandlungen sind Orte, in denen man auf Reisen gehen kann, ohne seine Heimatstadt verlassen zu müssen. Sie riechen: Nach frischbedrucktem Papier, ein wenig staubig vielleicht, aber keineswegs unangenehm. Sie atmen den Duft von Kreativität aus, von Schönheit, manchmal auch den des Horrors, von dem man allerdings weiß, dass er nicht
real ist, was dem Schrecken seine Grausamkeit nimmt. Man trifft hier mörderische Clowns, Zauberlehrlinge und blutrünstige Orks, dazu ganz viele Serienkiller – und dennoch sind sie Orte der Sicherheit, der Zuwendung und des menschlichen Miteinanders. Dinge also, die das Leben erst lebenswert machen und die manche leider erst zu schätzen wissen, wenn sie sie verloren haben.“

Linus Geschke // Freier Journalist und Buchautor // Linus Geschke auf Facebook

Lisbeth Körbelin

„In jeder Stadt ziehen mich die lokalen Buchhandlungen fast magisch an – kurz reinschauen und dann doch länger verweilen, beim Stöbern auch mal kleinere Verlage, besondere Bücher und regionale Autoren entdecken. Gespräche führen, Leseeindrücke austauschen, neue Buchtipps bekommen. Sie sind ein unverzichtbarere Ort der Begegnung für LeserInnen und AutorInnen, mutige Vertreter einer vielfältigen Buchlandschaft und mein Komplize um Begeisterung für Geschichten zu wecken.“

Lisbeth Körbelin // Literaturagentin // Literarische Agentur Kossack

Sina Beerwald

„Ein Buchhändler – geht es allein nach dem Wortstamm der Berufsbezeichnung, so ist seine Aufgabe der Handel mit Büchern. Mit Literatur, die ich als Autorin schreibe. Kommt jedoch sein Herzblut hinzu, dann wird ein Buchhändler für mich zum Perlentaucher, seine Buchhandlung zu einem Raum voller Kostbarkeiten. Mein Lieblingsbuchhändler findet für mich in der Flut der Bücher die Schätze für mich, die ich als Leserin vielleicht übersehen hätte.

Und wer freut sich nicht, in einer Buchhandlung mit den Worten „Ich hab’ da ein Buch, das ist genau das Richtige für Sie“ empfangen zu werden?“
Sina Beerwald // Schriftstellerin // Sina-Beerwald.de

Frank Berzbach © Jenny Bartsch

„In Köln ist die BUNT-Buchhandlung in Ehrenfeld einer meiner Lebensorte. Ich bin dort ständig. Das wohlausgewählte Sortiment, das den Charakter der Inhaber und Mitarbeiter zeigt, die gute Auswahl an Büchern über Jazz und Popmusik, die Kinderbücher für meine Tochter, selbst die Tische mit vergünstigten Exemplaren schaue ich immer durch. Und finde immer etwas. Mein Leben ist bestimmt von Büchern, sie sind die Grundlage für mein Schreiben, für mein Arbeiten und auch für meine freiere Zeit. Ohne die persönlichen Empfehlungen und Tipps würde mir sehr viel entgehen. Burkhard und Axel versorgen mich mit Infos über Jazz, Neuerscheinungen allgemeiner Literatur, über gestalterisch besondere Bücher, über Japan und die Teekultur, über Editionen besonderer Verlage, über Fundstücke und Besonderheiten, selbst über die regionalen Erfahrungen, befreundete Autoren und Musiker. Sie sind längst zu Freunden geworden, die ich nicht missen möchte. Der Laden ist für mich eine große Inspirationsquelle mit allerbestem Service.“

Dr. Frank Berzbach // Autor und Dozent

Anita Freitag-Meyer © Kathrin Stahl

„Obwohl ich eine begeisterte Onlineshopperin bin, entscheide ich mich beim Thema Buch immer wieder gern für meine örtliche Buchhandlung Karl Mahnke in Verden. Das Geschäft mit angeschlossenem Theaterverlag wird von einer jungen Frau geführt, die mittlerweile auf mehr als 175 Jahre Familientradition im Buchhandel zurückblicken kann. Von der Ausstattung des Ladens her mag ich besonders die mir seit Jahrzehnten vertrauten wunderschönen Holzregale und die ruhige, behagliche Atmosphäre, aber – und das ist mir natürlich das Wichtigste – die Aktualität und Tiefe des Sortiments ist hervorragend und alle meine Wünsche, die ich übrigens meist von unterwegs per Handyfoto schicke, werden innerhalb eines Tages frei Haus geliefert. Bezahlt wird vertrauensvoll per Monatsrechnung. Ich liebe diesen tollen Service und das sehr nette Team! So macht stationärer Handel Spaß!“

Anita Freitag-Meyer // Geschäftsführerin // Verdener Keks- und Waffelfabrik

Stefan Möller

„Als Mensch, der Bücher liebt, sie liest, über sie schreibt und dessen Wohnung zu gefühlt 90 Prozent aus Bücherregalen besteht, hat man natürlich eine emotionale Beziehung zu Buchhandlungen. Nicht zu allen, aber wenn man – wie unlängst – eine Buchhandlung wie die Strandläufer Verlagsbuchhandlung in Stralsund entdeckt, ein Traum von einem kleinen Buchladen, dann ist der Tag gerettet. Und weil kleine, unabhängige Buchhandlungen so sind, wie sie sind, lese und stapele ich seit einem Jahr nicht nur Bücher, sondern arbeite regelmäßig in einer und verkaufe bei MaschaKascha – Schöne Bücher meinen Nachbarn in Hannovers Nordstadt ihren dringend benötigten Stoff.“

Stefan Möller // Literaturjournalist und Buchhändler // MaschaKascha Buchhandlung – Hannover

Katja Böhne

„Natürlich kaufe ich im Einzelhandel. Denn ich will Dinge erwerben, die zu mir passen, die mich kultiviert, interessant, witzig und ein bisschen besonders erscheinen lassen. Egal, ob es sich um Klamotten, Essen, Sportartikel oder eben Bücher handelt. Ich will vorne dranbleiben, überrascht und inspiriert werden und mit zunehmendem Alter die eine oder andere Marotte ausleben.

Ich finde, auch große Buchhandels-Ketten bedienen diese Ansprüche hervorragend. Aber dann gibt es einige unabhängige Buchhandlungen, die mehr bieten, als ich selber jemals denken kann. In denen ich verstrickt und bezaubert werde. In Frankfurt macht das niemand so talentiert wie die „Buchhandlung Weltenleser“, die sämtliche Literatur nach Kontinenten, Regionen und Ländern gruppiert und mich damit im sprichwörtlichen Sinne auf Entdeckungsreise schickt (… es fehlt lediglich die Region „Interstellares“, also Science Fiction, dann vergäbe ich das Prädikat „galaktisch“ …). Ich betrete die Buchhandlung und damit ein Paralleluniversum, in das ich tief eintauche und bereichert um wertvolle Gedanken wieder verlasse. Ich verneige mich tief vor dem Engagement der beiden Macherinnen.“

Katja Böhne // Geschäftsleitung Marketing & Kommunikation // Frankfurter Buchmesse


Yvonne de Andrés

„Heutzutage werden Bücher ›lanciert‹, wie man eine Zahntinktur lanciert, ein Mittel gegen Sommersprossen oder gegen Ausfallen der Haare.“ Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916)

Es bedarf des unabhängigen Buchhandels, der eine gepflegte Sortimentsauswahl trifft – gerade jenseits des Mainstreamkanons – der neugierig macht, Vielfalt zulässt, Entdeckungen ermöglicht und diese für seine Kund*innen erschließt. Persönliche Beratung, anregende Veranstaltungen und Begegnungen sind wesentlich, um Menschen fürs Lesen zu begeistern und zurückzugewinnen. Persönlich schätze ich mich glücklich, in Berlin zu leben, in der zahlreiche tolle Buchhändlerinnen und Buchhändler mir sehr unterschiedliche kulturelle und gesellschaftliche Angebote/ Sortimente unterbreiten. Es macht großen Spaß, unabhängigen Buchhandlungen und ihr Engagement bei den BücherFrauen e.V. in Berlin eine Bühne zu bieten. Ich wünsche mir neben deren Sichtbarkeit und deren Präsenz im gesellschaftlichen und kulturellen Leben, auch ihre wirtschaftliche Stärkung durch Kund*innen. Nur so kann der unabhängigeBuchhandel auf festen Füssen stehen. Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach, wusste bereits zu ihrer Zeit, wie wichtig die Auswahl eines gepflegten Sortimentes ist. „Ein vortreffliches Buch: erstens verschlingt man’s, zweitens liest mans, drittens schafft man sich’s an.“ Dem kann ich mich nur anschließen.“

Yvonne de Andrés // Consultant und Beirätin der BücherFrauen e.V.


Tilman Winterling © Marie Hochhaus

„Einfach zu behaupten, „ich finde unabhängige Buchhandlungen toll“, finde ich schwierig. Das kann in dieser Pauschalität gar nicht stimmen. Konsequent und glaubwürdig kann man doch nur einschränkend sagen, „ich liebe Buchhandlungen, die …“. Ich liebe Buchhandlungen, die mich auf Titel aufmerksam machen, welche sonst keine Aufmerksamkeit von mir bekommen hätten, wo ich mit freundlichen Menschen über Inhalte sprechen kann und mich in den Räumen wohlfühle. Eine unabhängige Buchhandlung ist nicht automatisch besser, sie kann genauso schlecht oder lieblos geführt sein wie ein großer Filialbetrieb (und umgekehrt). In die Kategorie der Bewahrenswerten, fallen für mich nur gute Buchhandlungen, die Unabhängigkeit ist hierbei aber meist ein wichtiger Punkt um an dieses Ziel zu kommen. In meiner Wahrnehmung ist es eben häufig so, dass bei den Unabhängigen der Fokus stimmt, den viele andere beim Geldverdienen verloren haben.“

Tilman Winterling // Rechtsanwalt // Tilman-Winterling.de


Antje Buhl © Gunnar Seitz

„Für mich ist die „Woche des unabhängigen Buchhandels“ ein Beweis dafür, dass Visionen und Projekte Zeit brauchen, um  Stück für Stück wachsen zu können. Es ist wunderbar zu beobachten, wie von Jahr zu Jahr die Teilnehmerzahl wächst und damit die Aufmerksamkeit über alle Kanäle hinweg prägnanter und pfiffiger wird. Besonders imponiert mir, dass dies eine  positive Kampagne ist, die Lust auf Stärken und Besonderheiten des Buchhandels macht, ohne zu moralisieren. Hut ab vor der Idee und den Machern, die in diesem Jahr auch den Sales award erhalten haben. Wir unterstützen die WUB weiterhin mit Lust und Engagement!“

Antje Buhl // Vertriebsleitung // Droemer Knaur


Pierre Jarawan © Marvin Ruppert

„Wir brauchen die unabhängigen Buchhandlungen als Kulturzentren, als Orientierungspunkte, als Rückzugs- und Begegnungsorte, als Echoräume unserer Gesellschaft; und wir brauchen die Buchhändler als Ratgeber und Weltenvermittler. Einige der besten Freunde, die ich in meiner Kindheit hatte, habe ich in Buchhandlungen zwischen raschelnden Seiten getroffen. Wenn ich auf meinen Werdegang zurückblicke, dann gibt es keine anderen Orte, die mich mehr geprägt haben, als Buchhandlungen, wo ich vom Leser zum Autor wurde, und wo ich heute beides sein darf.“

Pierre Jarawan // Autor // PierreJarawan.de


Marah Woolf

„Mindestens drei oder vier Mal im Jahr fahre ich an Ostsee auf den Darß, um in Ruhe zu schreiben oder mit meiner Familie zu entspannen. Und seit Jahren ist es für uns alle ein liebgewordenes Ritual in Ahrenshoop die Bunte Stube zu besuchen. Eine kleine unabhängige Buchhandlung, in der es stille Ecken und ein übersichtliches Sortiment gibt, dass das Herz jedes Buchliebhabers höherschlagen lässt. Hier muss ich mich nicht durch Bücherberge graben, sondern finde meist direkt rechts neben dem Eingang ein Buch für geruhsame Urlaubsstunden, weiter hinten hübsche Schreibhefte und direkt neben der Kasse ein raffiniertes Stiftsortiment. Alles, was ein Leserherz höherschlagen und mich stundenlang die Zeit vergessen lässt, jedenfalls solange, bis meine Kinder zum Crêpes-Stand gegenüber wollen, nachdem sie sich ebenfalls mit Lesestoff versorgt haben. Ich muss wohl nicht sagen, dass ich mir in jedem Urlaubsort so eine Oase wünsche.“

Marah Woolf // Autorin // MarahWoolf.com


Katja Tippelt-Kairies

„Seit unzähligen Jahren kaufe ich meine Lektüre in einer kleinen unabhängigen Buchhandlung, einem familiengeführten Unternehmen unserer Kleinstadt. Über die Jahre wurden aus Buchhändlern Freunde. Es sind Menschen, die lieben was sie tun und dies ausstrahlen. Ich finde, am unabhängigen Buchladen kann man ein wenig die Stadt und deren Einwohner erkennen, sie sind Orte sozialer Begegnungen. Wenn ich einen schlechten Tag habe, gehe ich dorthin, wenn ich über ein besonderes Buch, einen Artikel, über lokale Ereignisse reden möchte, ebenfalls. Ich finde hier Empfehlungen abseits des Mainstreams und der großen Werbeaufsteller sowie Gespräche über Musik, Bücher, Politik, das Leben, mit den empathischsten Menschen, welche man sich nur vorstellen kann. Dieser Ort ist für mich das Gegenmodell zum hektischen Alltag draußen, ein Platz der Entschleunigung, der guten Gespräche und Begegnungen. Als würde man ein wenig aus der Zeit fallen, das liebe ich neben dem guten Gefühl, ein neues Buch in den Händen zu halten, sehr. Neben dem Meer ist der Buchladen mein persönlicher Sehnsuchtsort.“

Katja Tippelt-Kairies // Veranstaltungsmanagerin & Bookstagramerin // Katja liest und liebt


Tommy Krappweis © Gary Busch

„Ich habe durch meine Lesereisen viele unabhängige Buchhandlungen kennengelernt und dabei Licht, Schatten und Graustufen durchwandert. Vor allem ganz am Anfang war es mitunter hart, denn viele kleinere Buchhandlungen hatten die Erwartung, dass ich mein Publikum mitbringe – aber ich war damals als Autor noch ein unbeschriebenes Blatt und kein Zuhörer kommt zu einer Lesung, weil der Typ mal ein depressives Brot erfunden hat. Ich habe gerade in den unabhängigen Buchläden Menschen kennengelernt, die so sehr für ihre Bücher, ihre Auswahl und ihren Laden brennen, dass man darauf ein Ei braten könnte. Als leuchtendes Beispiel sei die Buchhandlung „Drachenwinkel“ in Dillingen genannt, die sich dem Genre der Phantastik verschrieben hat und durch ein verlässliches, qualitativ hochwertiges Lesungsprogramm seit Jahren Kunden in den Laden holt. Ich habe dort schon ein paar Mal vorgetragen, es war immer voll bis auf den letzten Platz und die Stimmung ist einzigartig. In den Wintermonaten wird draußen vor dem Laden Glühwein ausgeschenkt, drinnen gibt es thematisch passende Häppchen, die Technik ist anständig, wird professionell betreut, alle fühlen sich rundum wohl und man schlendert in der Pause gern durch das liebevoll kuratierte und platzierte Angebot aus Büchern, Geschenken und Stehrumchens.“

Tommy Krappweis //  Autor und Produzent // TommyKrappweis.de


Tatjana Weichel © Claudia Toman

„Meine Liebe zum Buchhandel vor Ort habe ich Carlotta zu verdanken. 25 Jahre ist es her, dass ich durch eine Arbeitskollegin ihre Schatztruhe entdeckte. Ihr größter Schatz war sie selber.
Nach nur wenigen Minuten Gespräch über „Was mögen Sie denn so?“ griff sie zielsicher in die Regale und drückte mir Bücher in die Hand, die ich verschlungen und zerliebt habe. Ich saß unzählige Male auf ihrem großen Blumensofa, weil ich mich an ihren Empfehlungen festgelesen habe. Wöchentlich war ich bei ihr zu Gast und vertraute ihr blind, wenn sie mir kopfschüttelnd abriet und mir dafür andere Bücher in die Hand drückte. Es gab nicht eins, welches eine schlechte Kaufempfehlung war. Ich habe sehr lange getrauert, als sie schließen musste. Heute kann ich an keiner Buchhandlung vorbeigehen und freue mich jedes Mal über die warme Herzlichkeit, die zwischen Buchmenschen entsteht – und ich fotografiere jedes Buch, was ich im Handel sehe, an dem ich mitgearbeitet habe!“

Tatjana Weichel // Freie Lektorin // Wortfinesse.de


Anke Gasch

„Ich öffne die Tür. Klingbling. Kuscheltiere begrüßen mich mit einem Lächeln, die Puppenecke blinkt rosa. „Hallo? Guckst du mal?“ Aber heute will ich: nur ein Buch. Und da stehen sie, die Bücher. Ganz hinten. Nehmen ein kleines aber feines Regal ein. Kuscheln sich bunt und locker aneinander. Klasse statt Masse. (Die Inhaberinnen von SpielPlus möchten „nicht umsatzorientiert“ sondern „kundenorientiert“ verkaufen.) Soll ich den gemütlichen Sessel nutzen, mich kurz einlesen, um zu sehen, ob das genau der richtige Stoff fürs zu beschenkende Kind wäre? Oder lasse ich mich beraten? Ich wende einen Mix an. Weil ich es mag, Buchdeckelzaubertüren allein zu öffnen und zu erleben, was passiert. Und weil ich durch Beratung schon auf Bücher gestoßen bin, die ich sonst nie in die Finger genommen hätte. Doch die Inhaberinnen kannten deren innere Werte. – Vielfalt. Ein Hauch von Abenteuer im Real Life. So schön. Viel zu schön, um sie sterben zu lassen, die unabhängigen Läden, in denen Bücher atmen.“

Anke Gasch // Chefredakteurin der „Federwelt“ // Autorenwelt

Sebastian Guggolz © Martin Walz

„Ich bin menschenscheu. Zu viele Menschen auf einmal überfordern mich. Viele Geschichten, viele Stimmen, viel Unbekanntes. Das wirkt aber ganz entgegengesetzt auf mich, wenn es nicht um Menschen, sondern um Bücher geht. Nichts Schöneres, als ein Raum voll mit Büchern, mit Geschichten, Stimmen, Unbekanntem. Wenn ich in eine unabhängige Buchhandlung trete, eröffnet sich ein Raum der Möglichkeit, Bücher, die nur darauf warten, von mir gelesen zu werden! Und bei besonders guten Buchhandlungen (und davon gibt es erstaunlich viele) erkennt man in den ausliegenden Büchern die Handschrift der lesenden Buchhändlerin oder des Buchhändlers. Dann kann man sich ganz besonders dem Genuss des Stöberns hingeben, weil da kein Buch zufällig liegt. Es ist wie eine Kur: Ich gehe in eine unabhängige Buchhandlung, um die Gewissheit zu erneuern, dass es Menschen,Mitstreiter, Partner gibt, die diese Leidenschaft, diese Begeisterung für Bücher teilen. Nach dem Buchhandlungsbesuch geht es mir besser.“

Sebastian Guggolz // Verleger // Guggolz Verlag

Julia Eisele © Irene Zandel

„Überall in der Wirtschaft gibt es sie: Die Großen. Die Konzerne, die Ketten. Sie mögen ihre Berechtigung haben und dem Konsumenten auch Vorteile bringen. Aber jede Bewegung braucht eine Gegenbewegung, um Vielfalt zu gewährleisten. Deshalb ist es wichtig, dass es Menschen gibt, die sich für Unabhängigkeit und Eigenverantwortung entscheiden, gerade in Branchen, in denen es um geistige Inhalte geht. Wer unabhängig ist, kann frei gestalten, seine Leidenschaft leben und diese Leidenschaft ganz direkt an seine Mitmenschen weitergeben. Ich bin sicher, dass auch die Leser einen Unterschied spüren, wenn Sie in einer inhabergeführten Buchhandlung einkaufen. Da ist Engagement, Authentizität, menschliche Wärme. Und zum Glück kann jeder Konsument selbst entscheiden, wen er mit seinem Einkauf unterstützen will. „Your wallet is your weapon“ – ein Spruch, den ich mal in einem Weltladen in England gesehen habe – drückt sehr schön aus, dass wir als Konsumenten Macht haben. Wir sollten sie nutzen!“

Julia Eisele // Verlegerin // Eisele Verlag

Katharina Gerhardt © Ellen Coenders

„Ich brauche unabhängige Buchhandlungen in meiner Nähe, um auf Bücher zu stoßen, nach denen ich eben gerade nicht gesucht habe. Bücher, von denen ich noch nicht weiß, dass ich sie mir wünsche. Bücher, von denen ich noch nicht ahnen kann, dass sie mich amüsieren, meine Urteilskraft schärfen oder mich zu Tränen rühren werden. Zwar bin ich als Belletristiklektorin über den aktuellen Romanausstoß der großen Verlage informiert und ahne als regelmäßige Zeitungsleserin und Netzdurchforsterin, was ich noch alles lesen müsste. Aber ich entscheide
mich erst in der inhabergeführten Buchhandlung, welche Bücher ich kaufe. Denn dort hat ein Team, das ich sehr schätze, erhellende Essays und lyrische Leckerbissen aus kleineren Verlagen für mich ausgelegt, kuriose Kinderbücher herausgesucht und Seitenblicke auf grandiose Graphic Novels gewagt. Dort kann ich zuschlagen, weil eine erfahrene Sortimenterin Vorkosterin war, dort kann ich vertrauen, stöbern, blättern, genießen, lesen, kaufen und glücklich sein.“

Katharina Gerhardt // Lektorin und Dozentin // Katharina-Gerhardt.de 

Klaus-Peter Wolf

„Ich könnte – schweren Herzens – auf Kneipen verzichten, aber nicht auf Buchhandlungen. Ich liebe es darin zu stöbern. Titel zu entdecken. Gern schlendere ich durch Buchhandlungen und suche erste Sätze. In meinen Romanen spielen Leser und Buchhändler immer eine wichtige Rolle – wie in meinem Leben …“

Klaus-Peter Wolf // Autor // KlausPeterWolf.de

Anke Koopmann

„Als visueller Mensch sind Buchhandlungen für mich einfach ein Muss! Wo findet man sonst so viel gebündelte Kreativität und Inspiration an einem Ort? Ich liebe es, durch die Regalreihen zu schlendern und ein Cover nach dem anderen zu entdecken. So finde ich immer wieder Bücher von Autoren, die ich noch nicht kenne, vor allem in den Genres, die ich sonst auslassen würde. Aber die Buchhandlung nimmt mich mit ihrer Fülle an Worten und Farben gefangen und lässt mich erst wieder gehen, wenn meine Einkaufstasche gut gefüllt ist. Meistens landet dabei auch ein Buch zum Verschenken und Extras wie Lesezeichen oder Postkarten in meiner Tasche und mein Kopf ist danach gefüllt mit tausend Ideen und Bildern, wie nach einem kleinen Kurzurlaub.“

Anke Koopmann // Grafikerin // Designomicon

Florian Schwiecker © Rudi Schröder

„Im Alter von 10 Jahren habe ich eine Kiste Bücher von meiner Tante bekommen, die sie eigentlich aussortieren wollte, vor allem Krimis von Agatha Christie und Edgar Wallace. Was für meine Tante Ballast war, war für mich das genaue Gegenteil: ein unvorstellbarer Schatz! Das war der Zeitpunkt, an dem ich angefangen habe, zu lesen und ich habe seitdem nicht mehr aufgehört. Ich liebe gute Geschichten, sie begleiten mich und sind ein wichtiger Teil meines Lebens geworden. Das ist auch der Grund, warum ich so gerne in Buchhandlungen gehe. Ich liebe das Stöbern in den Neuerscheinungen ebenso, wie die Suche nach unentdeckten Schätzen meiner Lieblingsautoren oder auch von Autoren, die ich noch gar nicht kenne. Und genau deshalb schätze ich unsere unabhängigen Buchhandlungen so sehr, denn die Beratung, das Wissen und die Liebe zu Büchern sind genau das, was diese Buchhandlungen zu ganz besonderen und oft sogar magischen Ort machen.“

Florian Schwiecker // Autor // FlorianSchwiecker.de

Alexander Karl

„Das Gefühl, die Buchhandlung meines Vertrauens zu betreten, war für mich als Jugendlicher genau das: Ein vertrauter Ort, eine Möglichkeit, Bücher zu finden, von denen ich nicht wusste, dass es sie gab und sie mich interessierten. Klappentexte lesen, blättern, sich von Covern anziehen lassen – damit konnte ich Stunden verbringen. Dass dies in einer unabhängigen Buchhandlung passierte, was das bedeutete, ja die ganze Dimension des Buchhandels selbst, waren mir damals nicht bewusst. Für mich war es einfach der Ort, an dem ich neue Themen und neue Welten entdecken konnte. Die Möglichkeit zu entdecken, zu wachsen und zu lernen, ist für mich heute nach wie vor mein Anreiz, Inhalte zu konsumieren – auch, wenn das Entdecken multimedialer und vielfältiger geworden ist. Meine Generation – mit Kassetten aufgewachsen, mit dem Handy und Smartphone erwachsen geworden – ist es gewöhnt, dass viele (und immer mehr) Angebote um die begrenzte Aufmerksamkeit und Zeit buhlen. Deshalb und dennoch bin ich weiterhin ein Buchhandlungs-Flaneur, jemand, der in Buchhandlungen verweilen kann und mag – wenn sie es schaffen, mich weiterhin den Entdecker sein zu lassen, der die besonderen Titel findet, die ihm noch kein Freund oder Algorithmus bisher empfohlen hat.“

Alexander Karl // Medienmacher

Mirjam Mieschendahl © Bernadette Reiter

„Buchhandlungen waren immer wichtige Fixpunkte in meinem Leben. 18 Mal bin ich umgezogen, aber wenn es ums Eck eine Buchhandlung gab, wusste ich, dass ich mich im neuen Viertel heimisch fühlen werde. Bei meiner Arbeit bei Lovelybooks.de habe ich dann miterlebt, dass immer mehr Buchhandlungen ihre Türen schließen mussten. Diese Erfahrung war einschneidend und hat mich zu meinem nächsten Projekt geführt. Wir haben mit imGrätzl.at eine Plattform zur Stadtteilbelebung in Wien aufgebaut, es geht darum Geschäfte, Dienstleister und ihre Aktionen in ihrem Stadtteil digital sichtbar zu machen. Die BewohnerInnen sollen verfolgen können, was es bei ihnen ums Eck Besonderes gibt. Und: wieder spielen Buchhandlungen im Kontext der Stadtteilbelebung eine ganz besondere Rolle. Viele Buchhandlungen in Wien laden zu Lesungen ein und bringen mit ihren kreativen Ideen die Leute zusammen. Sie sind oft soziale Netzwerkknotenpunkte in ihrem Viertel! Wir beobachten auch, dass die Wertschätzung dafür wächst!“

Mirjam Mieschendahl // Gründerin von imGrätzl.at


Raiko Oldenettel © Patrick Kruse

„In dem Ort, in dem ich geboren wurde, gab es in meiner Kindheit genau zwei Erlebnisse: Das klingelnde Telefon und den Besuch beim Buchhandel. Eine besondere Ausnahme war es, wenn wir mit dem Auto in die nächste Stadt fuhren, um ein größeres Sortiment an Romanen, Sachbüchern und Comics zu bekommen. Meine gesamte Familie liebte es, sich zwischen Regalen zu verlieren. Ich will ehrlich sein – ohne einen Buchhandel in Ostfriesland wäre ich nur halb so interessiert an der Welt, nur ein Zehntel so forsch in der Wortwahl und nur ein Staubkorn in einer sich stärker an Städte bindenden Bildungslandschaft. Hätte der Buchhändler vor der Zeit des Internets nicht die Chuzpe besessen, in meiner abgeschiedenen Gegend Bücher über Raumfahrttechnik, das alte Japan und Expeditionen auszulegen, wäre ich meinen Weg niemals eingeschlagen. Dieser Mut, eben zu sagen „Damit bewege ich etwas!“, vor dem ziehe ich meinen Hut und allen Händlern und Händlerinnen in der nordischen Wildnis gilt mein ausgesprochener Dank.“

Raiko Oldenettel // Kunsthistorischer Berater und Autor // RaikoOldenettel.de


Janine Nöbbe

„In meiner Kindheit gab es ein Ritual, das ich zusammen mit meiner Mutter zelebrierte. Hierbei ging es um den Besuch einer wunderbar kleinen unabhängigen Buchhandlung bei uns im Viertel, die heute noch existiert und eine vielfältige Auswahl an Literatur bereithält. Vorbeischlendernd an den deckenhohen Regalen konnte ich sie riechen, die Bücher. Das Fabelhafte an dieser Buchhandlung ist: Ich habe nicht das Gefühl, mich nur in einem Verkaufsraum zu befinden. Ich treffe auf Menschen, die meine Leidenschaft teilen und wertschätzen. Menschen, die sich für meine Fragen Zeit nehmen und Lust haben, sich auf mich einzulassen. Unabhängige Buchhandlungen sind für mich Räume mitten in der Stadt, die auch immer wieder die Themen meines Viertels und der Gesellschaft in ihrem Sortiment aufgreifen. Unabhängige Buchhandlungen sind Nachbarn. Sie sind ein Kaleidoskop meiner Stadt –  in ihnen steckt im Kleinen das Lebensgefühl der Menschen, die hier leben.“

Janine Nöbbe // Studentin und Buchbloggerin // BuchundBrimborium


Frank O. Rudkoffsky

„Über gute Beratung und ein Sortiment, das anstelle von Geschenken und Krimskrams unser wichtigstes Kulturgut ins Zentrum stellt, haben andere sicher bereits gesprochen. Nicht unterschätzen sollte man aber auch den Beitrag, den der unabhängige Buchhandel für die Förderung und Verbreitung regionaler Kultur leistet. Als Mitherausgeber der Tübinger Literaturzeitschrift ]trash[pool bin ich hier zu besonderem Dank verpflichtet: Obwohl Osiander in Tübingen gegründet wurde und dort auch seinen Hauptsitz hat, sind es allein die kleinen, inhabergeführten Buchhandlungen Gastl, Quichotte und Vividus, die es uns durch ihre Anzeigen und Verkäufe ermöglichen, seit 2011 noch immer regelmäßig zu erscheinen. Im Gegensatz zur anonymen Kommunikation mit großen Ketten sind dabei längst Freundschaften entstanden – Wolfgang Zwierzynski von der Buchhandlung Quichotte etwa hat uns zur ersten Release-Lesung sogar 50 € geschenkt, damit wir uns die Band leisten konnten!“

Frank O. Rudkoffsky // Autor und Blogger // Rudkoffsky.com


Sinah Swyter

„Besonders an einem so rastlosen und umtriebigen Ort wie der Großstadt ist die Buchhandlung in meinem Kiez mein ganz persönlicher Zufluchtsort und Anker im hektischen Drumherum. Bücher sind von Menschen für Menschen geschrieben und gerade dieser persönliche Austausch macht auch meine Buchhandlung des Vertrauens aus. Manchmal komme ich mit einem genauen Buchwunsch, doch meistens entdecke ich beim Stöbern die ganz besonderen Bücher, die mir kein Algorithmus der Welt hätte vorschlagen können. Und wenn ich so noch nicht fündig geworden bin, dann ist es mein Lieblingsbuchhändler, der schon ein Buch für mich parat hat und weiß, dass es mir gefallen wird. Ja, das ist doch das eigentliche Glück.“

Sinah Swyter // Presse Aufbau Verlag


Leona Stahlmann © Benjamin Gutheil

„Ich habe mein ganzes Leben auf eine Karte gesetzt. Sie fällt im farbigen Kartendeck der Möglichkeiten nicht besonders auf – auf Weiß sieht man nur Buchstabengirlanden. Wenn man sie liest: Worte, Sätze; dann: Welten. Jeden Tag bin ich umgeben von Worten und produziere Worte; ich lebe von Worten. Am Tag bezahlen sie meine Rechnungen, am Abend flößen sie mir, aus Büchern kommend, Leben ein. Diesen Schatz hat der Kleinstadtbuchladen meiner Kindheit in mir angelegt und heute wird er genährt von den Gott sei Dank noch immer zahlreichen Buchhändlern in Hamburg, die nicht müde werden, diese Dutzenden verlockenden Fenster zu tausendundeiner Geschichte für uns offen zu halten. Lokale Buchläden sind die Orte, die jeden Lügen strafen, der Literatur für die unsinnlichste Kunstform hält: Sie sind die schlimmsten, die besten Verführer und wer einmal den Weg dorthin gefunden hat, wird immer wieder zurückkommen. Ein Buchladen ist der Ort, an dem die Worte wohnen; und wo die Worte sind, da kann der Mensch zu Hause sein.“

Leona Stahlmann // Texterin


Ivo Pala

„Die kleine, verwinkelte Buchhandlung meiner Kindheit war ein magischer Ort. Ganz das Klischée: Immer ein bisschen dunkel mit einem älteren allzeit freundlichen Herrn hinter dem Verkaufstresen – Philip Schäfbuch –, der mehr zu wissen schien, als alle anderen Menschen, die ich kannte. Es war ein Ort, der mich gleichermaßen mit tiefer Ehrfurcht erfüllte und einem behaglichen Gefühl der Geborgenheit. Jedes einzelne Buch war ein Tor in eine andere Welt, und Herr Schäfbuch wusste zu jedem davon etwas zu erzählen. Hier entstand mein Traum, irgendwann selbst einmal zu schreiben – auch solche Zaubertore für neugierige Reisende zu schaffen. So betrachtet habe ich Buchhandlungen auf zweifache Weise zu verdanken, was ich heute bin.“

Ivo Pala // Schriftsteller und Drehbuchautor  // Ivo Pala  auf Facebook 

Melanie Leuschner

„Warum sollte man inhabergeführte, lokale Buchhandlungen unterstützen? Meist sind es kleinere Geschäfte, was mir persönlich gerade sehr gut gefällt. Die Auswahl ist nicht riesengroß, aber mit Liebe getroffen. Ich habe die Möglichkeit, wie überall sonst auch, in Ruhe zu stöbern, kann aber auch mit dem Inhaber kurze oder auch längere Gespräche über Bücher im Allgemeinen oder ein Buch im Besonderen führen. Er nimmt sich Zeit für mich, empfiehlt mir auch mal nicht so populäre Literatur und so entdecke ich hin und wieder etwas Neues. Denn geben wir es doch zu, in der Regel lesen wir immer das Gleiche.

In inhabergeführten Buchhandlungen fühle ich mich wohler und heimeliger als in den Geschäften der großen Ketten, die Atmosphäre ist einfach anders. Außerdem bekomme ich dort Bücher auch am nächsten Tag, wenn sie nicht vorrätig sind. Die kleine Buchhandlung um die Ecke ist einer meiner Lieblingsorte (nicht nur wegen dem schönen Sofa, das dort steht).“

Melanie Leuschner // Angestellte im öffentlichen Dienst & Bookstagramerin // Mel Booklover


Marion Bösker © Catherina Hess

„Buchhandlungen in München: wichtige Partner für das Programm des Literaturhauses. Außerdem: Seismographen, Empfänger und Vermittler von literarischen Erschütterungen. Ganz persönlich: Orte für Entdeckungen – oft auch jenseits des „Marktes“. In München gibt es sie, diese magischen Orte, die man ein bisschen glücklicher verlässt, als man sie betreten hat. Und ich bin mir ganz sicher, dass es sie immer geben wird. Buchhandlungen sind Orte der Inspiration, der Bildung, der Freude, der Überraschung. Es sind Kulturinstitutionen. Möge es sie immer geben.“

Marion Bösker // Presse & Öffentlichkeitsarbeit // Literaturhaus München


Markus Michalek

„Die Buchhandlung gegenüber unser Literaturagentur hat mir bereits viele schöne Mittagspausen beschert. Richtig, Mittagspausen. Zeit, um mit den dortigen Buchhändlerinnen über Bücher zu reden, sich gegenseitig Empfehlungen auszusprechen, Zeit, nicht nur die Neuerscheinungen in Stapeln, sondern auch Backlisttitel im Regal zu entdecken. Oder der Frankfurter Buchhändler, mit dem mich seit Jahren eine enge Freundschaft verbindet, der kennt mein Regal in meinem Wohnzimmer, oder was ich unbedingt lesen sollte, manchmal besser als ich selbst. Dazu kommen die Handschrift des Buchhändlers, das emotionale Erleben, ausgelöst durch die individuelle Art einer jeden Buchhandlung, das ist etwas, das bei mir wohl nur „offline“ funktioniert. Ganz klar also eine Liebeserklärung an Buchhändler. Und bestellen? Kann ich von zuhause aus ohnehin bei den Buchhändlern meines Vertrauens.“

Markus Michalek // Literaturagent // AVA International


Natascha Huber © Bianca Funken Photography Aachen

Diese Stadt wäre ein verlorener Ort, ohne diese Lichter … Ich weiß nicht, ob jemals Jemand einen pathetischeren Satz über Berlin dachte. Ich aber, 16, kurz vor dem Schulabschluss, notierte mir eben diesen, als ich vor dem großen Gebäude inmitten der überdimensionalen Stadt stand. Hinter mir raunende Klassenkameraden, vor mir der größte Bücherladen, den ich bis dahin gesehen hatte. Ab diesem Moment bestand die Abschlussfahrt für mich nur noch aus diesen 3 Stockwerken, die Erinnerung daran steht in Form eines Gedichtbandes noch heute in meinem Bücheregal.

Inzwischen lebe ich selbst in einer größeren Stadt, dem Zauber und dem Pathos bin ich treu geblieben: Innere Stille ist für mich nur eine Umschreibung von Haptik und Papier, der Gleichmäßigkeit von Satzzeichen oder dem dumpfen Klang meiner vorsichtig auf den Buchdeckel klopfenden Knöchel. Und die Buchhandlung? 15 Jahre später immer noch dieser eine Ort: Voller Menschen und Lichter.“

Natascha Huber // Tattoos & Lyrik // Buch ist mehr


Tanja Steinlechner

„Schon als Kind ahnte ich, was ich erst später benennen konnte, eine Buchhandlung ist ein  Universum, das ich betrete, um in andere Welten zu reisen.  Hinter jedem Mitarbeiter verbirgt sich ein Kundiger, der mir – wenn ich mich im Dschungel der Erzählungen zu verirren drohe und nicht mehr weiß, auf welche Worte Verlass ist, welche Sprache in mir Resonanz erzeugt, welche Figuren gerade jetzt auf mich warten – zur Seite steht. So ein Kundiger hält Hinweise bereit. Er ist im Besitz literarischer Landkarten. Er hütet Geheimnisse. Weil solche Orte voller Zauber sind und reich an Wissen, will ich sie bewahren.“

Tanja Steinlechner // Schriftstellerin und Leiterin der Autorenschule Schreibhain


Franziska Fröhlich

„Meine Buchhandlung ist mein zweites Zuhause. Der Moment, wenn eines meiner Lieblingsbücher einen neuen Leser gefunden hat und dieser Freude strahlend den Laden mit vor Spannung leuchtenden Augen verlässt, ist so viel mehr als eine Zahl in einer Verkaufsstatistik. Hier treffen Begeisterung, Liebe und noch mehr Herzblut für das gedruckte und auch oft digitale Wort zusammen. Menschen teilen Buchempfehlungen, Gefühle zu einem Lesestoff und sogar öfter als man denken mag, Hintergrundinfos und Fun-Fakts mit einander. Eine Buchhandlung ist eines der wichtigsten Tore in die Welt für ein Buch. All das ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs, denn mein Buchladen ist Treffpunkt, bibliophiler Wellnessort, Austauschplatz, wichtige Informationsquelle, Trend-Hot-Spot… Kurzum, Buchhandlungen sind meine Lieblingsorte und ohne mein `buchhändlern´ wäre ich nicht vollständig.“

Franziska Fröhlich // Buchhändlerin



Liebe/-r Leser-in,

mir bleibt als Initiatorin das letzte Wort, zumindest für heute. Unabhängige Buchhandlungen leben vom Verkauf von Möglichkeiten und der Vermittlung von Kultur und Bildung. Sie bieten einen Ort des Austauschs, der Ablenkung, aber auch der Konzentration auf wichtige Themen unserer Zeit. Mit jedem Kauf treffen wir eine Entscheidung für oder gegen das, was uns am Herzen liegt, die Förderung dessen und ob wir der Vielfalt weiterhin Raum geben wollen. Diese Entscheidung ist politisch, verantwortungsvoll, notwendig.

Ich habe Ihnen gemeinsam mit vielen fabelhaften Menschen hier nun 99 Statements, Gründe, Erklärungen geliefert, weshalb Sie heute, morgen und in Zukunft Literatur und andere Angebote vor Ort fördern könnten. Die finale Entscheidung treffen Sie und trifft natürlich auch ein bisschen der jeweilige Händler vor Ort, in dem er oder sie Ihnen entgegenkommt, eine schöne Zeit bereitet und vor allen Dingen beste Literatur bietet. Ich hoffe, Sie finden dort den 100. Grund und noch viele mehr. Wenn Sie mögen, dann schreiben Sie ihn hier in die Kommentare. Aber noch besser – sagen Sie ihn weiter, ihren Freunden und Nachbarn und sorgen Sie damit dafür, dass all diese obenstehenden Texte auch in vielen Jahren noch eine Basis haben.

Herzlich,

Karla Paul // Literaturlobbyistin 

 

 

 

 

 

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