Gute Nachrichten – das Buch stirbt (doch) (noch) nicht

Das Medienmagazin meedia berichtet diese Woche von einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte. Demzufolge werden traditionelle Medien durch neue Entwicklungen ergänzt statt ersetzt (ach!) und auch die Buchverlage können aufatmen:

Deloitte zitiert eine Studie aus Großbritannien laut der 62 Prozent der 16- bis 24-Jährigen Print-Bücher E-Books wegen “des Geruchs” und der Sammelleidenschaft vorziehen. Außerdem wollen sie “volle Buchregale”.

 

 

Eine Untersuchung in den USA fand heraus, dass 16- bis 34-Jährige auf ihre Buchsammlung stolzer sind, als ältere Generationen, dass sie eher Bücher kaufen, die sie gar nicht lesen, und öfters Bücher mit sich führen, ohne sie zu lesen. Mit anderen Worten: Gedruckte Bücher sind ein intellektuelles Statussymbol. Bessere Nachrichten könnte es für die Buchbranche gar nicht geben.

 

Da muss ich meedia leider widersprechen – eine noch bessere Nachricht wäre es, wenn die von uns in liebevoller Hand- und Heimarbeit geschriebenen und gedruckten Inhalte denn auch wirklich gelesen und nicht nur gekauft würden. Aber wer will denn bei solch branchenrettenden Nachrichten kleinlich sein.


buchmesse:blogger auf der Leipziger Buchmesse 2015

Bloggerlounge01_R165X0Immer mehr Literaturblogger wagen den Weg nach Frankfurt oder Leipzig und nutzen die Chance um Autoren, Verlage und Kollegen endlich mal offline zu treffen. Zudem kann man recherchieren, sich über die neuen Programme informieren und zahllose Lesungen besuchen. Die Leipziger Buchmesse hat nun erstmals eine extra Lounge eingerichtet, wo es spezielle Veranstaltungen für Onlinereporter geben wird. Zudem kann man sich als Pate für den Preis der Leipziger Buchmesse bewerben: Jetzt informieren!

(P.S.: Kleine Kritik am Rande: man soll vor Ort den Hashtag #buchmesseblogger verwenden, natürlich zusätzlich zum offiziellen Hashtag #lbm15 – halte ich für Buchblogger-Treffenlbm151-300x276viel zu lang. Evtl. kann man da ja noch an einer Alternative arbeiten. Zudem habe ich keine Informationen zum Wlan vor Ort gefunden. Vielleicht könnte man auch die Lounge als Foursquare-Ort einrichten, damit man sich darüber leichter finden und vernetzen kann?)

Simone Dalbert nutzt auf ihrem Blog „Papiergeflüster“ gleich die Möglichkeit und organisiert ein Blogger-Treffen in der neu geschaffenen Lounge.

SAVE THE DATE: Freitag, 13.03.2015,  14.00 Uhr in der Bloggerlounge


Mehr Vertrauen in deutsche Autoren und Produktionen

Journalist und Autor Ralf Schweikart hat schlechte Laune. Wiederholt beschweren sich Schriftsteller, dass immer mehr Verlage zum größten Teil internationale Titel einkaufen und dafür keine Autoren mehr aus dem eigenen Land aufbauen und veröffentlichen. Schweikart zeigt dies am Beispiel des Carlsen Verlags auf:

Publishing Director Barbara King hatte schon in ihrem ersten Programm im Herbst 2014 unter Beweis gestellt, dass es außer Andreas Steinhöfel keine weiteren ernstzunehmenden deutschsprachigen Erzählerinnen und Erzähler gibt, die den hohen Ansprüchen genügen. Und weil der nicht zu den Vielschreibern gehört, kommt das Frühjahrsprogramm 2015 nun ganz ohne Originalausgabe aus. Dafür ist das Commonwealth mit den USA, Australien und Kanada programmfüllend vertreten.

Totale Gleichberechtigung kann und wird es nie geben – weder den kompletten Ausgleich zwischen den Geschlechtern noch zwischen Nachwuchs- und Bestsellerautoren. Trotzdem würde man sich natürlich mehr Mut und Ausdauer bei den Investitionen der Verlage wünschen – dies lässt sich als Leser aber über den Kauf zumindest teilweise steuern.

Die wenigsten Autoren können vom Schreiben leben und investieren dafür umso mehr Herzblut in ihre Arbeit. Wenn Euch ihre Bücher gefallen, dann unterstützt sie: folgt Ihnen auf Facebook, schreibt Ihnen Lob sowie Kritik und besucht ihre Lesungen. Wer nicht das Geld hat, um die Bücher zu kaufen: man kann fast alle Titel meist auch in jeder Bibliothek ausleihen und selbst darüber die Schriftsteller und Verlage mitfinanzieren. Und vor allen Dingen: empfehlt gute Bücher weiter, immer und überall!

Zum Beispiel könnte man sich ab Anfang April den Film „Mara und der Feuerbringer“ ansehen (der auf dem gleichnamigen Jugendbuch von Tommy Krappweis beruht), damit auch die Filmfirmen wieder mehr in deutsche Produktionen investieren. Allerdings ist und war Mitleid schon immer ein schlechter Kaufgrund – selbstverständlich überzeugen Buch und Film durch Qualität und sind ein mehr als spannender und lustiger Zeitvertreib für die ganze Familie:

Weil es bis dahin noch ein bisschen dauert – kauft einfach auf der Website zum Buch die komplette Buchreihe signiert und folgt Tommy auf Facebook: es lohnt sich!


Arbeiten in der Buchbranche – Jobbörsen im Literaturbereich

jvm-logoFür viele ist die Arbeit mit Büchern ein Traum und mit ein bisschen Glück und vor allen Dingen sehr viel Leidenschaft lässt sich dieser verwirklichen. Neben der Buchhandlung gibt es natürlich noch viele Möglichkeiten in Verlagen oder Agenturen und hier muss man nicht nur den richtigen Bereich, sondern vor allen Dingen eine freie Stelle finden. Welches Talent zu welchem Buchbereich passen könnte, dabei helfen die Jungen Verlagsmenschen, die online, bei Veranstaltungen sowie auf den Messen beraten, vermitteln und von ihren eigenen Erfahrungen erzählen.

ze3cwHLgAktuell suchen z.B. der Droemer Knaur als auch der Bastei Lübbe Verlag Nachwuchskräfte – aber auch die meisten anderen deutschen sowie internationalen Verlage haben eigene Unterseiten für den Personalbereich, die regelmäßig aktualisiert werden. Der Bertelsmann Konzert bietet mit seinem Programm „Create your own career“ sogar einen eigenen Twitter-Account, auf dem die aktuell freien Stellen gepostet werden. Eine gute Übersicht hat Leander Wattig mit dem Publishingmarkt geschaffen und ergänzt fast täglich Angebote. Wer bereits in der Branche arbeitet und gern wechseln würde, für den lohnt sich die Kontaktaufnahme mit den Agenturen Bommersheim sowie Dörrich – diese haben sich auf den Kultur- bzw. Medienbereich spezialisiert und bieten sowohl die Beratung für das richtige Gespräch als auch die Arbeitsplatzvermittlung an.

Du platzt vor Ideen wie man die Buchbranche in Zukunft schicken könnte und brauchst noch Unterstützung? Bewirb Dich bei protoTYPE 2015 und stell dort Dein Projekt vor!


By the book – wann schrieb welcher Autor was?

Statistikspielchen machen Spaß und lenken sowieso (und den Gerüchten nach sind solche Website nur aus und für Prokrastination entstanden – Verschwörung!) fantastisch vom Schreiben ab. Ein sehr schönes Beispiel wurde neulich auf Facebook herumgereicht – in welchem Alter veröffentlichte welcher berühmte Autor sein erfolgreichstes Werk?

Bildschirmfoto 2015-01-17 um 20.06.17Leider kann man nur in den vorhandenen internationalen Bestsellerautoren wählen – nicht aber neue (deutsche) Autoren hinzufügen. Da die Datenbank auf Wikipedia zugreift, sollte dies zumindest theoretisch möglich sein. Trotzdem eine schöne Spielerei und hervorragendes Material zum Aufpimpen möglicher Schularbeiten!


Der Bechdel-Test in der Literatur

Werden Frauen in Bücher diskriminiert? Ist eine Geschichte sexistisch? Dieses Urteil ist nicht immer leicht zu fällen, der bekannte Bechdel-Test kann allerdings helfen. Literaturschock hat sich dem Thema angenommen, erklärt sehr sachlich und vergleicht mehrere Test-Möglichkeiten.

Eine Geschichte, in der exklusiv weibliche Charaktere sich sexistisch benehmen oder einzig als (Sex-) Objekte dargestellt werden, könnte den Bechdel Test bestehen. Im Gegenzug kann ein Roman mit nur einer namentlich genannten Frau durchaus progressiv und offen gegenüber Geschlechterrollen sein. Gerade die Jugendliteratur hat in den letzten Jahren an weiblichen Protagonisten nicht gespart – Katniss in Die Tribute von Panem hat wichtigere Dinge im Kopf als die Wahl eines Mannes, Hermine Granger in Harry Potter wusste schon vor Jahren, dass Jungs zwar toll sind, aber sich die Hausaufgaben deshalb noch lange nicht von selbst machen. (Die Verfilmung von „Harry Potter und die Heiligtümer der Toten: Teil 2“ besteht den Bechdel Test übrigens nicht).

Würde Dein Lieblingsbuch den Test bestehen?


Schweine-Diskriminierung in der Buchbranche?

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Beispiel: so sieht ein deutsches Kinderbuch mit Schwein aus.

Achtung: hierbei handelt es sich entgegen einem ersten Verdacht NICHT um eine Meldung des Satire-Magazins „Der Postillon“.

Laut N24 überlegt der britische Verlag Oxford University Press, ob er aufgrund seiner weltweiten Auslieferung die Schweine aus den Kinderbüchern streicht. Begründet wird dies mit einer Rücksichtnahme auf Muslime und Juden, die aus religiösen Gründen kein unreines Schweinefleisch essen:

Auf Anfrage erklärte der Verlag, Schweine oder Schweinefleisch würden in den Büchern „nicht komplett verboten“. Allerdings würden die Bücher in knapp 200 Ländern verkauft, weshalb einige Autoren des pädagogischen Materials aufgefordert würden, „kulturelle Unterschiede und Empfindlichkeiten zu bedenken“.

 


Mybook.de – die persönliche Empfehlung auch im Netz 

mybookEin Vorteil des Buchhandels ist die groß gelobte persönliche Empfehlung. Der Händler kennt sich wie niemand Anderer im Literaturbereich aus und kann im Idealfall das perfekte Buch für jeden Kunden finden – sehr oft wird diese Fähigkeit als größter USP im Kampf gegen Amazon hervorgehoben. Aber genau diese Funktion will das Ullstein-Startup Mybook.de unter Leitung von Antonia Besse auch im Netz übernehmen – der Buchreport berichtet über die ersten Schritte und die Weiterentwicklung seit 2013.

Die Nutzer füllen einen Fragebogen aus. Auf Basis dieser Antworten empfehlen Buchexperten passende Bücher, die über Mybook.de bestellt werden können und – als Geschenk verpackt – vom Barsortiment Libri ausgeliefert werden.

Mybook.de hat nach eigenen Angaben 60.000 Nutzer, davon haben 2000 bereits Bücher gekauft.

 

Man kann sich dort nicht nur Bücher empfehlen lassen, sondern auch als Experte bewerben – bisher wartet ein sechsköpfiges Fachteam auf die Anfragen der Leserschaft. Eine sehr spannende Idee, die ich so im Netz bisher noch nicht gesehen habe und ein weiterer Beweis dafür, dass die Verlage entgegen manchen Behauptungen eben doch kreativ digital denken und handeln können!

Aber ehrlich gesagt mangelte es mir noch nie an genügend guten Büchern oder Empfehlungen, die ich mir aktuell ganz gemischt von tatsächlich „persönlich“ bekannten Händlern, Kollegen, Bloggern oder Freunden hole – sondern an der Lesezeit für all die wunderbaren Titel. Falls da mal jemand eine App oder Website zur Lösung erfindet: ich nehme das Premium-Angebot!


Buecherkinder.de sucht lesenden Nachwuchs

logo150x115Seit vielen Jahren begeistert Stefanie Leo auf allen sozialen Kanälen sowie auf der Hauptseite Buecherkinder.de für Kinder- und Jugendliteratur. Sie organisiert, diskutiert und kommuniziert online – ist aber auch vor Ort aktiv und hilft entweder in der Buchhandlung aus oder lädt zu regelmäßigen Wohnzimmerlesungen ins eigene Heim ein. Neben ihrer eigenen Arbeit wird sie von einem großen Team an Kinder- und Jugendredakteuren unterstützt, die Rezensionen für das Portal schreiben. Da diese zwangsweise nach ein paar Jahren aus ihrem Job herauswachsen, sucht sie nun wieder lesenden Nachwuchs. Auf diesen sollte Folgendes zutreffen:

Voraussetzung:
  • Du bist zwischen 12 und 16 Jahren jung.
  • Du liest gerne, viel und auch recht flott.
  • Du bist allen Genres gegenüber aufgeschlossen.
  • Du kannst dir vorstellen etwa 10 Bücher pro Jahr zu lesen und eine ordentliche Kritik zu verfassen.
  • Dein Wohnort oder deine Postadresse ist in Deutschland, sonst wird das Porto leider zu teuer.

Bewerben kann man sich direkt unter dem Aufruf!

Ebenfalls eine Idee von Stefanie Leo ist das sogenannte #BookupDE – deutschlandweit laden Literaturinstitutionen zu sich ein und die Besucher teilen unter diesem Hashtag live ihre Berichte mit dem Netz. Am vergangenen Freitag fand so ein Event beim Piper Verlag in München statt. Via Storify kann man sich die Livetweets nachträglich gesammelt ansehen:

 

Ebenfalls einen Verlagseinblick gab es beim Hanser Verlag, der einige Literaturblogger zu sich einlud und ihnen das Haus sowie das neue Programm vorstellte. Mara Giese berichtet auf Buzzaldrins BücherBlog darüber!

Der gläserne Leser – Jellybooks stellt „Google Analytics für Bücher“ vor

Der Deutsche an sich hält viel von Datenschutz. Deswegen finden wir die Vorratsdatenspeicherung sinnlos (da sind wir uns doch einig) und auch die Verfolgung von Lesegewohnheiten im Amazon Kindle Reader möchte man eigentlich nicht.

jellybooks_1Nun hat Jellybooks.com in den USA sein „Google Analytics für Bücher“ vorgestellt: der Leser kann kostenlos zur Verfügung gestellte E-Books lesen und dafür verfolgt das Unternehmen das Leseverhalten und wertet es für die Verlage aus. So kann man weit vor dem eigentlichen Erscheinen testen, welche Stellen besonders gut ankommen, was markiert wird, wo der Leser abbricht oder ob er im idealen Fall das ganze Buch in einem Rutsch begeistert liest und die Inhalte evtl. dementsprechend belassen, verändern oder gar nicht erst auf den öffentlichen Markt bringen. Bei Filmen wird dies bereits seit Jahrzehnten mit sogenannten Testscreenings gemacht.

Auf dem deutschen Markt könnte z.B. Skoobe ebenfalls das Leseverhalten seiner Kunden messen und an die Unternehmenseigner Holtzbrinck und Random House zur Auswertung weitergeben. Dabei werden viele Fragen aufgeworfen: Entstehen so tatsächlich „bessere“ Bücher? Werden Verlage im eigentlichen Verlegen weiter verunsichert und gehen noch weniger Risiken ein? Werden bald nur noch bestsellerverdächtige Romane nach einem idealen Schema geschrieben? Können diese Daten den Autoren vielleicht eine wirklich hilfreiche Rückmeldung geben? 


Spielend schreiben mit „Elegy for a Dead World“

Kreativität mit einem Spiel fördern und Gamification mit einer unterhaltsamen Schreibübung verbinden – das ist der Plan vom Spielestudio Dejobaan und „Elegy for a dead world“:

Ihr Spiel soll nicht die nächsten Literaturnobelpreisträger hervorbringen, sondern die Fantasie der Spieler anregen. Sie sind überzeugt: Schreiben kann jeder, die meisten Menschen brauchen bloß etwas Anregung.

Die gibt es in Elegy for a Dead World in drei Welten, die nach Literaten aus der Romantik benannt sind: Byron, Shelley und Keats. Jede Welt besteht aus hübsch gemalten Hintergründen, die den Ausgangspunkt der Geschichte bilden.

Die Zeit hat das Spiel getestet und ausführlich kritisiert – denn bei der aktuellen Version gibt es tatsächlich noch einige Schwächen, viele Spieler fühlen sich am Anfang überfordert. Aber daran wird bereits gearbeitet und die Website zu Elegy macht viel Laune. Wenn man seine eigene Geschichte spielend geschrieben hat, dann kann man diese auch gleich auf einer verbundenen BOD-Seite drucken lassen. Trotz noch nicht perfekter Umsetzung ein bis fünf Blicke wert:

 


Keine Neuigkeiten aber trotzdem irgendwas zu „Game of Thrones“

Es gibt noch kein neues Buch aus der „Das Lied von Eis und Feuer“-Buchreihe – vielen hier auch bekannt als „Game of Thrones“. Aber da man über irgendetwas schreiben muss und GoT immer zieht, schreibt man eben darüber, dass es in diesem Jahr kein neues Buch geben wird. Also. Schlechte Neuigkeiten: es wird in 2015 keinen neuen Band geben.

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Ich vertiefe mich nun in den ersten von sechzehn Titeln, die ich bis Mitte Februar im Rahmen meiner Jury-Arbeit für den SERAPH 2015 lesen muss/darf/kann und wünsche eine fabelhaft kreative neue Buchwoche,

 

 

Eure Karla