Wohin mit alten Büchern – fünf Alternativen zur Endstation Altpapier

Wohin mit den gebrauchten Schätzen – willst Du Deine alten Bücher verkaufen, vertauschen, spenden oder vielleicht ganz kreativ zum Basteln verwenden? Jedes Jahr werden knapp 100.000 literarische Neuerscheinungen veröffentlicht – nach jedem Buchhandlungsbesuch ist weniger Platz im heimischen Regal. Doch selbst Sammler kommen irgendwann an ihre Grenzen, Minimalismus wird auch im Literaturbereich zum neuen Trend. Aber: wohin mit den alten Büchern? Hier fünf Tipps für eine Alternative zur Endstation Altpapier:

1. Alte Bücher verkaufen!

Wer alte Bücher verkaufen möchte, dem bietet bonavendi Preisvergleich – Amazon, reBuy, Momox uvm. eine mögliche Lösung!

Die auf den ersten Blick sinnvollste Lösung für alte Bücher sind neue Bücher. Also die alten Bücher verkaufen und für den Erlös dann neue Bücher erwerben. Dafür muss das Altgut noch in sinnvoller Verfassung sein, d.h. nichts markiert, keine Eselsohren, der Schutzumschlag ohne Macken und ja, inklusiver aller Seiten. Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten – die Auswahl ist subjektiv und nicht vollständig:

Beim Amazon Marketplace kann man sein Buch direkt auf der normalen Buchdetailseite anbieten. Einfach in die Verkaufsdatenbank eintragen und es wird unter den gebrauchten Titeln auf der rechten Seite mit angeboten. Zu dem von Ihnen selbst festgelegten Preis kommen jeweils automatisch noch 3 Euro Versandkosten dazu. Entscheidet sich ein Käufer dafür, kümmert sich Amazon um den Geldtransfer und Sie erhalten die Adresse zum Versand. Sollte es dabei Probleme geben, kannst Du die vorgegebenen Hilfsmöglichkeiten nutzen. Durch die Größe des Marktplatzes sowie die offizielle und automatische Datenübertragung ist dies ein sehr bequemes Angebot, allerdings muss man sich selbst einzeln um die Eintragung sowie um das Verpacken sowie Verschicken kümmern.

Auf Momox und Rebuy könnt Ihr die meisten Eurer alten Bücher im Paket verkaufen. Beide Webseiten bieten eine App, mit der man den iSBN-Code scannen und sich dann den jeweiligen Verkaufswert anzeigen lassen kann. Man stellt über die App oder im Browser die Verkaufsliste zusammen, packt alles in ein Paket und verschickt es auf Kosten des Unternehmens direkt an deren Lager, nach Erhalt und Prüfung wird Euch sofort der Gesamtpreis überwiesen. Dies ist zwar die bequemste und schnellste Möglichkeit – allerdings erhält man meist weit weniger als im Einzelverkauf.

Empfehlenswert ist ein vorheriger, schneller Angebotsvergleich bei bonavendi – diese Seite gibt einem den aktuellen Verkaufspreis auf verschiedenen Plattformen heraus, meist ein knappes Dutzend Webseiten mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen.

Ebenso kann man die Bücher einzeln sowie im Paket bei Ebay oder anderen (Online-)Flohmärkten versteigern oder zu einem Festpreis anbieten – dies ist erfahrungsgemäß aber eher umständlich sowie preislich wenig interessant. Alternativ bietet sich die Möglichkeit, größere Büchermengen als Gesamt- oder Einzelpaketen (z.B. nach Genre sortiert) in Nachbarschaftsportalen einzutragen – so spart man sich auch den wegen des Gewichts oft umständlichen und teuren Versand.

Insgesamt sollte man sich aber keine Illusionen machen, was den Preis gebrauchter Bücher angeht. Sollte es sich nicht um Sammlerexemplare oder Originalausgaben handeln (damit geht man am besten direkt in ein gut sortiertes Antiquariat wie z.B. Felix Jud in Hamburg), verlieren die meisten Bücher (der Preisvergleich lohnt immer!) bereits nach dem Neukauf 60-80 Prozent ihres Wertes. Literatur ist also weiterhin eine sehr gute Investition, allerdings eher aufgrund des Inhaltes als des reinen Materialwerts!

2. Alte Bücher spenden!

Oxfam ist eine von vielen möglichen Anlaufsstellen, um gebrauchte Bücher für einen guten Zweck zu spenden!

Wer alte Bücher nicht verkaufen möchte, weil sie möglicherweise nicht mehr im idealen Zustand sind oder aber der Aufwand den Preis nicht rechtfertigt, kann diese selbstverständlich auch spenden. Viele Institutionen freuen sich, wenn sie diese entweder aus sozialen Gründen weitergeben oder auf Flohmärkten für einen guten Zweck an neue Leser veräußern können. Aber auch hier wird leider dem fünfhundertsten Simmel oder aber vergilbten Schulbüchern aus den 70er Jahren nur wenig Begeisterung entgegen gebracht – bitte erkundige Dich also vorher beim jeweiligen Ansprechpartner, welche Titel sie in welchem Zustand aufnehmen und sinnvoll verwerten können.

Frag gern zuerst in Deiner Buchhandlung vor Ort nach. Die dortigen Experten haben manchmal selbst Kontakte zu regionalen Partnern, denen sie selbst nicht mehr verkäufliche Titel überlassen. Wo Du schon mal dort bist, lass Dir 2-3 gute neue Bücher empfehlen und bedanke Dich für die literarische Kompetenz, das freut Dich und den Buchhändler. Sollte diese(r) keinen Tipp haben, wende Dich an die örtliche Bibliothek, Sozialkaufhäuser, Oxfam Niederlassungen, Kirchengemeinde, Flüchtlingsorganisation, Altenheime und/oder Schulen, je nach Genre Deiner gebrauchten Bücher. Viele Einrichtungen holen die Bücher nach Absprache auch gern ab.

Eine Auswahl von Online-Alternativen sind z.B. Buchspende.org (Berlin) oder die Bücherpiraten (Lübeck) und Aktion Buch (Hamburg) – hier müssten allerdings meist die Portokosten vom Spender selbst übernommen werden, weshalb sich eine Lösung vor Ort empfiehlt.

3. Alte Bücher verbasteln!

Möglicherweise sind Deine Bücher schon zu alt oder kaputt, vielleicht nicht das beliebteste Genre und hier ist die gute Nachricht: exakt mit diesen Schätzen lässt sich am besten basteln! Egal für welches Alter oder Zweck, hier lassen sich perfekt Minimalismus mit Achtsamkeit verbinden.

Aus gebrauchten Büchern lassen sich ganz wunderbare Dinge basteln, egal ob mit Kindern, Freunden oder allein. Wie wäre es z.B. mit Geschenktütenkleinen Schachteln, Karten , Weihnachtsbäumen, Origami-Osterhasen oder einem Windlicht aus Seiten? Oder aber Lesezeichen aus alten Buchrücken?  Selbstverständlich lässt sich auch das komplette Buch nutzen – für kreative Pflanzenschalen oder einen Bücher-Nachttisch bzw. Beistelltisch! Diese und viele weitere Ideen und Vorschläge samt Bastelanleitungen sind auf Pinterest zu finden. Das sogenannte Upcycling erfreut sich inzwischen mit gutem Grund großer Beliebtheit und so finden ehemals geliebte Worte eine neue Verwendung!

Aber auch hier bietet sich die Möglichkeit, den dadurch freien Platz im Regal mit neuer Literatur zu füllen. Inzwischen gibt es einige Sachbücher, die sich den Thema „Mit Büchern basteln“ widmen und viele unterschiedliche Vorschläge samt dazugehörige Anleitungen bieten.

4. Alte Bücher tauschen!

Sehr beliebt sind auch die klassischen Tauschmöglichkeiten, um alten Büchern neuen Lesern zuzuführen. Wenn man viele gebrauchte Bücher hat sowie entsprechend belesene Freunde und Bekannte, könnte man vor Ort eine kleine Tauschparty arrangieren:

Man lädt zu Kaffee & Kuchen oder Wein & Käse einige Freunde ein und jeder bringt aussortierte Schätze mit. Diese können dann wild angepriesen und leidenschaftlich empfohlen werden – je unterhaltsamer, desto besser. Für jedes Buch, das man so den Teilnehmern aufschwatzt, darf man wiederum eines wieder mitnehmen. Am Ende des Abends hat man dann viel über den Literaturgeschmack der Anderen erfahren, sich alter Bücher entledigt und neue Lektüre dazu gewonnen. Eine ähnliche Aktion könnte natürlich auch in größerem Rahmen in einem Lokal stattfinden, so dass man neben neuer Literatur auch neue Leser kennenlernt!

Ganz ohne Party, dafür mit größerer Auswahl locken die Online-Tauschbörsen wie z.B. Tauschticket, Tausch-Buecher oder Tauschgnom! Dafür muss man sich ein Profil anlegen, die Bücher einzeln fotografieren sowie samt Beschreibung eintragen. Wenn sich ein Leser dafür interessiert, ist man selbst für den Versand verantwortlich sowie dem Austausch mit dem neuen Besitzer. Für jeden erfolgreichen Tausch erhält man einen Punkt, den man für eigene gewünschte Bücher verwenden kann.

5. Alte Bücher verschenken!

Die einfachste Möglichkeit, das Regal auszumisten und die Bücher wegzugeben, besteht im Verschenken. Es bieten sich hier z.B. die inzwischen sehr gut in Deutschland verteilten öffentlichen Bücherschränke an – aktuell sind über 1.000 Stück gelistet. Diese kann man entweder zum Tausch nutzen oder nur die eigenen gebrauchten Bücher reinstellen. Bitte nutz diese aber nicht, um vergilbtes Altpapier bzw. Bücher, die dem schon sehr ähnlich sind, dort abzuladen. Manche Bücherschränke oder offen zugängliche -Regale werden von Unternehmen oder aber Kircheninstitutionen geführt und dementsprechend betreut, manche von Privatpersonen bzw. einem Zusammenschluss im Viertel.

Auf Lesestunden.de findest Du eine Deutschlandkarte mit öffentlichen Bücherschränken in Deiner Nähe, die Du suchen oder selbst ergänzen kannst. Diese Aufstellung ist auch als App verfügbar. Die Auflistung in der Wikipedia ist auch hilfreich, allerdings nicht auf dem aktuellen Stand.

Eine weiteres, bereits weltweit sehr erfolgreich genutztes Angebot ist Bookcrossing. Man trägt sein Buch in die Datenbank ein, es erhält einen Code, den man im Buch vermerkt. Dann lässt man es frei d.h. legt es an einem öffentlichen Ort aus und informiert die Bookcrossing-Community, wo es zu finden ist. Wer es bei sich aufnimmt, vermerkt es ebenfalls online und so kann der Aussetzer den Weg seines Titels jederzeit international verfolgen.

Ganz ohne weitere Umstände und Datenbanken ist das inzwischen gerade in Großstädten beliebte Aussetzen von Büchern, Kleidung, Möbeln oder Dekoration sowie vielen weiteren Haushaltsgegenständen in meist geschützten Nachbarschaftsecken wie Unterführungen oder Hauseingängen. Dies hat sich meist mit der Zeit ergeben und funktioniert in vielen Fällen sehr gut, in den anderen Fällen kümmert sich die Stadtreinigung darum. Solltest Du solche Orte nicht kennen, einfach mal in der Umgebung nachfragen oder in einer passenden Stadtviertel-Facebookgruppe oder auf Nebenan.de. Dort kann man die Bücher im Übrigen auch in größeren Paketen anbieten und so ebenfalls interessierte Leser kennenlernen.


Hier hast Du nun viele Möglichkeiten, Deine alten und gebrauchten Bücher zu verkaufen, zu spenden, damit zu basteln, sie zu tauschen oder zu verschenken. Vielleicht / hoffentlich ist etwas für Dich dabei und es fällt Dir in Zukunft leichter auszusortieren, um Platz für neue Bücher zu schaffen. Solltest Du weitere Ideen und/oder Erfahrungen haben, bitte ergänze dies in den Kommentaren!

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12 comments

  1. Sehr informativer Beitrag, einiges davon gibt es auch bei uns in Österreich. Bücherschränke und Büchertankstellen sind bei uns sehr beliebt und werden oft von Bibliotheken oder Vereinen betreut. Einzig das Basteln bringe ich nicht übers Herz, obwohl ich manche Vorschläge toll finde. Mal schauen vielleicht überwinde ich mich ja mal und probiere das Basteln mit alten Büchern aus. Lg Karin

  2. Liebe Karla
    Danke für den Hinweis auf bonavendi. Sehr praktisch und für mich neu. Werde ich demnächst ausprobieren
    Viele Bücher gehen bei mir allerdings auch im Freundeskreis „weg“, das du de ich auch immer am schönsten.

    Liebe Grüße
    Sandra

  3. Ein super Beitrag! Ich bin ja ein Fan von Büchern tauschen und tue das immer wieder gerne mit Büchern, die ich nicht mehr haben möchte. So hat jemand anderes Freude daran und ich kann mir auch neuen Lesestoff holen. 😀
    Ich wünsche dir einen tollen Tag!

  4. Nein, bitte bringt eure Bücher NICHT in die örtliche Bücherei! Bzw. fragt zumindest vorher an und seid nicht beleidigt, wenn die Mitarbeiterin euch erklärt, dass keine Medienspenden angenommen werden! Öffentliche Bibliotheken haben den Auftrag AKTUELLE Medien anzubieten. Sie haben weder den Platz noch die personelle Kapazität um alte Bücher zu sichten und einzuarbeiten. Ich arbeite selbst in einer Bücherei und wir werden mit Spendenanfragen förmlich überschwemmt. Da ca. 95% der angebotenen Medien aber nicht für unseren Bestand geeignet sind, nehmen wir gar nichts mehr von Privatleuten an. Liebe Grüße, eine leidenschaftliche Bücherschubse 😉

  5. Guten Morgen!

    Ich sortiere ja auch immer regelmäßig Bücher aus, vor allem die, die mir nicht so gefallen, finden keinen Platz in meinen Regalen 🙂
    Die meisten vertausche ich beim Tauschgnom, die Plattform hast du ja oben schon erwähnt und ich finde es super da, weil es kostenlos ist und ich wirklich nur gute Erfahrungen bisher hatte – bin da jetzt schon über 4 Jahre dabei.
    Manchmal gebe ich aber auch einen Packen Bücher an die Bücherei weiter oder ich verlose einzelne auch auf meinem Blog 😉

    Deinen Beitrag hab ich heute übrigens gerne in meiner Stöberrunde geteilt!

    Liebste Grüße, Aleshanee

  6. Öffentliche Bücherregale sind wirklich eine tolle Sache. Wir bringen dort auch regelmäßig Bücher hin, die wir nicht mehr weiter verwenden können. Das kann man übrigens auch in größeren Büro- oder Wohnhäusern machen. Bisher haben sich die Nachbarn immer gefreut.

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