301) Buchkolumne: Anni Bürkl mit “Schwarztee”

Schwarztee von Anni BürklBerenike Roither fängt im beschaulichen Örtchen Altaussee in der Steiermark gerade ein neues Leben an: die frühere Werbefachfrau hat ihre Vergangenheit hinter sich gelassen und vor ein paar Wochen einen eigenen Teesalon eröffnet. Dort soll es zusätzlich zum Tee auch um Kultur gehen und neben Schreibworkshops stehen regelmässige Lesungen an. Heute liest der umstrittene Autor Sieghard Lahn und Berenike ist mehr als aufgeregt. Doch der Abend endet gar nicht wie erwartet, mitten unter den Zuschauern wird in der Pause ein Journalist ermordet aufgefunden. Das passt so gar nicht zu einem guten Neustart, zumal dies nicht der letzte Tote in Berenikes Umfeld bleiben soll. Sie ist gezwungen sich zu verteidigen und gar selbst zu ermitteln und muss dabei auch ihre eigene Vergangenheit wieder aufrollen…

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Weitere Informationen zum Buch:
Anni Bürkl mit “Schwarztee”; erschienen 2009 im Gmeiner Verlag; 323 Seiten im Taschenbuch; Neupreis 11,90 Euro; ISBN-10: 3839210232

Foto:© (c) Anni Bürkl 200810 Fragen an Autorin Anni Bürkl:

1) Welche grundlegende Idee hat Dich zu „Schwarztee“ inspiriert?
Das Ausseerland wirkt auf mich sehr geheimnisvoll mit seinen Bergen und Seen, ein unbeständiges feuchtes Klima, fast irisch anmutend. Dazu viele interessante historische Geheimnisse …
Dazu kommt meine Liebe zu Tee und den Philosophien des Teetrinkens …
ich sage nur: Wer Tee trinkt, vergisst den Lärm der Welt.

2) In Deinem Kriminalroman versucht Hauptdarstellerin Berenike mit Hilfe von Esoterik einen Neuanfang. Da liegt es nahe, dass auch Du Dich vielleicht mit Esoterik beschäftigst. Ist dem so, oder hast Du auch hier einfach ein neues und unbekanntes Thema für Deine Leser entdeckt, wie Du es z.B. auf Deiner Website beschrieben hast?
Esoterik ist so ein Wort. Ich beobachte immer wieder, wie Menschen in Krisen aller Art in etwas reinkippen, sich auch den ärgsten Schwindlern anvertrauen. Das Wort Esoterik kommt ja ursprünglich aus der Bedeutung ‘geheimes Wissen’, und so wird es oft auch gehandhabt. Gurus, Einweihungen und so weiter.
Dagegen stehen viele Dinge, die absolut nicht geheimnisvoll sind, wenn man dem eigenen Körper & Geist vertraut, Dinge, die jeder Mensch ausprobieren kann und für sich selbst als gut oder schlecht betrachten kann.
Die Grenzlinie ist dort, wo es darum geht, etwas glauben zu müssen.
Somit kann ich Deine Frage nur insoweit beantworten, dass ich mich durchaus für Unorthodoxes dieser Welt interessiere. Und dann sehe, wie es für mich ist. :-)

3) Dein Roman heißt „Schwarztee“, Du twitterst unter „Texte und Tee“ und auch Deine Website nennt sich so. Wie lange lebst Du diese Leidenschaft für Tee und für welche Situationen kannst Du den Leserinnen welchen Tee empfehlen?
Ach, ich liebe Tee schon seit meiner Kindheit, an kalten Wintertagen hatten wir eine hübsche Glaskanne, in der der rote Früchtetee herrlich leuchtete, und wenn dann noch Kerzen brannten - das Bild hab ich immer noch im Kopf.
Heute trinke ich am liebsten Schwarztee, aber auch Rooiboos und Kräutertee. Selten aber doch trink ich grünen bzw. weißen Tee.
Meine Empfehlung: Tee lässt sich in allen Situationen trinken. Was es braucht, ist die Muße, ihn zu genießen. Abends trink ich gern mal Schwarztee halb/halb gemischt mit Rooiboos, damit ist die Mischung nicht ganz so stimulierend, weil Rooiboos ja entspannt.

4) Du bist vielseitig kreativ tätig, unter anderem betreust Du auch andere Autoren bei ihrem Schreiben. Kommst Du da nicht manchmal in Konflikt mit Deinen eigenen Ideen bzw. Deinem eigenen Stil?
Gar nicht. Die Themen, Stile und Genres sind so bunt gemischt, dass alles im Kopf schön getrennt bleibt. Außerdem arbeite ich ja nicht an allen Projekten gleichzeitig, sondern nacheinander. Oder ich entwickle für ein Buchprojekt gerade das Konzept, für ein anderes agiere ich als Ghostwriter - auch sehr unterschiedlich.

5) Dein eigener Stil ist im Kriminalroman „Schwarztee“ deutlich zu lesen, Du streust ab und an englische Begriffe ein, Berenike hat Ecken und Kanten und wirkt trotzdem sehr sympathisch, selbst wenn man selber kein Fan von Tee & Esoterik ist. Damit eckt man aber sicherlich auch öfter an – wie gehst Du mit Kritik um?
Danke! Literatur ist subjektiv und somit ist vieles persönlicher Geschmack. Schade ist allerdings, wenn sich jemand nicht auf etwas einlassen und auseinandersetzen will, wenn Inhalte nicht verstanden werden, weil sie nicht konform mit der Masse gehen …

6) Im Roman geht es unter anderem auch um Berenikes Vergangenheit und die Erfahrung ihrer Familie mit dem dritten Reich – ähnlich ein regionales Thema im Salzkammergut. Ist dieser Teil komplett erfunden oder hast Du vor Ort recherchiert und bist dann darauf gestoßen?
Die Handlung, so wie sie im Buch steht, ist frei erfunden. Ich habe jedoch viel recherchiert, auch im Ausseerland, und so manche Begebenheiten gefunden. So ist zB. in den letzten Tagen des 2.
Weltkriegs tatsächlich ein Lastwagen voll Gold verschwunden …

7) Bei soviel Liebe zum Thema – wann machst Du Deinen eigenen Tee & Literatursalon auf?
Das stelle ich mir sehr schön vor, Teehaus-Betreiber/in gesucht!

8 ) Du bist auf Deiner Website, bei Xing und bei Twitter aktiv. Welche Vorteile siehst Du als Autorin im Internet?
Man kann eigene Werke gut darstellen, bewerben, Inhalte individuell und rasch zur Verfügung stellen. Und ich kann wunderbar in Kontakt sein mit Kolleg/innen und Leser/innen. Größter Nachteil: ein Zeitfresser! Also in aktiven Schreibphasen absolut zu vermeiden, da gehe ich dann offline.

9) Du gibst auch kreative Schreibworkshops. Kannst Du vielleicht an dieser Stelle drei allgemeine Tipps geben, mit denen jeder besser bzw. effektiver arbeiten kann?
Neben dem Tipp, sich aus dem Internet raus zu begeben ;-)
1) Lernt Euer Handwerk! Es gibt jede Menge Schreibworkshops (wie meine
Romanwerkstatt) und tolle Bücher übers Schreiben (einige davon empfehle ich in meinem Buchshop: www.texteundtee.at)
2) Sucht Euch Kolleg/innen zum Austausch - wir sind alle betriebsblind in bezug auf eigene Texte. (Feedback-Regeln beachten bzw. vereinbaren.)
3) Seid individuell! Sucht und entwickelt Eure Stimme! Seid mutig und macht, was Ihr wollt! Sagt, was Ihr sagen wollt und sagt es so, wie Ihr das wollt. Aber bitte: Das widerspricht nicht dem Punkt 1), sondern ist als Ergänzung zu diesem Punkt zu sehen. Nichts ist so peinlich, wie eine Regel, die man gebrochen hat, weil man es nicht besser konnte.

10) Welche Bücher liest Du selber gerne bzw. welcher Roman hat Dich vielleicht in letzter Zeit sehr beeindruckt?
Ich lese sehr gern Romane aus aller Welt - analog zu World Music, aber dafür gibts wohl noch keinen Begriff - aber auch Kriminalromane. Es müssen clevere Bücher sein, die mich zum Nachdenken anregen. Dazu zählt etwa Margaret Lawrence mit ihren Romanen über die Zeit nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Eine solch spannende Geschichte, excellent verwoben mit Gedanken über Krieg und was er aus Menschen macht, habe ich lange nicht gelesen …

Vielen Dank an Autorin Anni Bürkl für die Beantwortung der Fragen & die Zusammenarbeit!

4 Responses to “301) Buchkolumne: Anni Bürkl mit “Schwarztee””


  1. 1 Karla Okt 31st, 2009 at 00:02

    So, dann will ich gleich mal den Anfang machen. Ich kaufe meinen Tee meistens im Sylter Teespeicher, gibts aber glücklicherweise auch online. Und meine absolute Lieblingssorte ist das “Sylter Früchtchen”:

    http://www.sylter-teehaus.de/onlineshop/tee/fruechtetee-mischung/f-418-sylter-fruechtchen.html

    Der wird selbstverständlich in einer Original Friesentasse getrunken, da passen 0,5 Liter rein und das reicht für eine Stunde Lesen ;-)

  2. 2 Anni Bürkl Okt 31st, 2009 at 14:01

    Da muss ich doch noch etwas Neues erkunden: Bitte klär mich auf, was eine original Friesentasse ist? :-)
    Liebe Grüße aus Wien
    Anni

  3. 3 Karla Okt 31st, 2009 at 15:54

    Liebe Anni,

    Jetzt habe ich nachgegoogelt und es ist wohl auch eher unter dem Namen “Friesenbecher” zu finden und das sieht ungefähr so aus:

    http://www.syltertee.de/product_info.php?cPath=52&products_id=355

    Meiner ist etwas stabiler und größer, typisch ist aber dieses blaue Muster auf weißem Porzellan. Hätte auf Deinem Cover wohl aber nicht so passend ausgesehen ;-)
    Gibts aber auch nur an der Nord- oder Ostsee und ist wahrscheinlich mit einer gepflegten Wiener Teehauszeremonie nicht zu vergleichen… :-)
    LG aus München,

    Karla

  1. 1 Texteundtee Blog Pingback on Okt 31st, 2009 at 19:25

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