Aktion Notizbuch: “Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry” von Rachel Joyce

Vor wenigen Tagen erreichte mich ein Buch. “Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry” von Rachel Joyce. Soweit nichts Besonderes. Allerdings erhielten dies auch 99 andere Blogger mit der Bitte, das Buch doch nach dem Lesen weiterwandern zu lassen – passend zum Buchinhalt:

Eigentlich wollte er nur zum Briefkasten. Dann geht er 1000 Kilometer zu Fuß. Ein unvergesslicher Roman, der die ganze Welt erobert. (Leseprobe)

»Ich bin auf dem Weg. Du musst nur durchhalten. Ich werde Dich retten, Du wirst schon sehen. Ich werde laufen, und Du wirst leben.«
Harold Fry will nur kurz einen Brief einwerfen an seine frühere Kollegin Queenie Hennessy, die im Sterben liegt. Doch dann läuft er am Briefkasten vorbei und auch am Postamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter, 87 Tage, 1000 Kilometer. Zu Fuß von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospiz. Eine Reise, die er jeden Tag neu beginnen muss. Für Queenie. Für seine Frau Maureen. Für seinen Sohn David. Für sich selbst. Und für uns alle.

Diesem Auftrag folge ich natürlich sehr gern und suche nun 5 weitere Leser, die Lust haben das Buch nacheinander zu lesen, Notizen zum Buch einzutragen, Zettel reinzulegen, zu malen, was auch immer Euch einfällt und es dann weiterzuschicken (die Lesezeit sollte nicht länger als zwei Wochen betragen). Sollte dieses Projekt klappen, dann würde ich das gern jeden Monat mit einem weiteren Buch wiederholen.
So sieht die bisherige Reihenfolge aus:

Karla startet am 24.04. mit dem Lesen und schickt es am 01. Mai weiter an:
1. Andrea
2. Lesemaus
3. Cathi
4. Steffi
5. Ute (schickt es nach dem Lesen zurück an Karla)

-> Update: Die Teilnehmer sind alle schon gefunden, es gibt keine offenen Plätze mehr! Aber im nächsten Monat gibt es ein neues Buch mit neuen Plätzen! :-)

Ich werde diesen Post regelmässig mit den aktuellen Stationen sowie Bildern ergänzen, damit sich alle mal ein bisschen vorstellen können, wie und ob sowas funktioniert!
-> Weitere Informationen zum Buch beim Fischer Verlag

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Fünf Jahre Lyx-Verlag: Romantasy-Autoren gesucht!

Gestern erreichte mich überraschend ein Päckchen (in dem ein schön mädchenhaftes Notizbuch inkl. netter Signatur & Schreibfeder zu finden waren) aus dem Lyx-Verlag, der zu seinem 5-jährigen Bestehen einen Schreibwettbewerb ins Leben gerufen hat. Herzliche Geburtstagsglückwünsche an den Verlag und vor allen Dingen zum immer größer werdenden Erfolg! Tolle Idee – ich wünsche Euch viele Autoren & Leser und bedanke mich natürlich für die hübsche Post! Hier alle Informationen zum Wettbewerb:

Zum 5-jährigen Jubiläum von LYX wollen wir uns bei unseren treuen Fans bedanken und euch die Chance geben, eure eigene romantische Story in einem Buch veröffentlicht zu sehen. Deshalb ruft EGMONT LYX den Schreibwettbewerb “5 Jahre – 5 Geschichten” aus! Sendet uns eure Storys und erfüllt euch den Traum, euren Namen auf einem Buchcover zu entdecken! Aber damit noch nicht genug. Da es sich bei “5 Jahre – 5 Geschichten” um einen echten Fanwettbewerb handelt, seid ihr gefragt: Wir nehmen mit Hilfe einer Fachjury aus Autoren, Lektoren und Literaturagenten die Vorauswahl aus allen Einsendungen vor – und ab dann liegt es in euren Händen! Wählt aus den besten 20 Geschichten eure 5 Favoriten aus, die im Winterprogramm 2012 in dem Buch “5 Jahre – 5 Geschichten” bei LYX erscheinen. Außerdem bestimmt ihr in einem Cover-Voting das “Gesicht” dieses besonderen Buchprojekts.

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Freitagsfüller: 23. März 2012


1. Mein Bauch nähert sich durch wöchentliches Joggen langsam der Sommerfigur an.

2. Meine Schwester samt Lieblingskindern müsste ich dringend mal wieder anrufen.

3. Willkommen Frühling – in München, in meinem Herzen und wehe, wenn Du Dich allzu bald dem heißen Sommer geschlagen gibst!

4. Meine Wohnung braucht ein wenig bis ein bisschen mehr Frühjahrsputz.

5. Da ist ein neues Literaturprojekt, welches täglich mehr in Kopf und Herzen wächst und auf Verwandlung in ein Exposé wartet.

6. Was sich mein Hund manchmal denkt, wenn er mich mit schiefem Kopf ansieht und dann weggeht, das will ich gar nicht wissen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine Lesung mit Eoin Colfer, morgen habe ich Joggen sowie eine weitere Lesung des Krimifestivals geplant und Sonntag möchte ich mich mal endlich dem frühlingstauglichen Relaunch meiner Wohnung widmen!

Textimpulse zum Ausfüllen

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Lesungsbericht: Arne Dahl mit “Gier” beim Krimifestival München

Zugegeben, ich habe vor dieser Lesung noch kein Buch von Arne Dahl gelesen. Allerdings kann man die Veranstaltungen des Krimifestivals München blind buchen und bei den Abenden im Pathologischen Institut bin ich schon allein wegen der Atmosphäre immer gern dabei. Zusammen mit Dahl-Fan & Krimibloggerin Miriam nahm ich kurz vor 20 Uhr gestern im Vorlesungssaal Platz und wir lauschten zuerst den Ausführungen von Institutsleiter Prof. Matthias Graf. Neben netten Anekdoten über den Unterschied zwischen der Arbeit der Pathologen in Serien wie CSI (die Münchner Pathologie berät unter anderem “Die Rosenheim-Cops”) und der Realität gab er auch eher unschöne Wahrheiten zum Besten: so sollen deutschlandweit jedes Jahr z.B. 2-3 Menschen fälschlicherweise für tot erklärt werden.

Besser bzw. gruseliger hätte man nicht auf eine Krimilesung eingestimmt werden können und selbst Autor Arne Dahl empfand sichtlich Unbehagen, als er zusammen mit Moderator Thomas Tebbe vom Piper Verlag direkt am Obduktionstisch Platz nahm und das Publikum auf Deutsch begrüßte. Trotzdem las der Autor den kurzen Ausschnitt aus dem neuen Roman lieber in seiner Muttersprache Schwedisch vor – den deutschen Part übernahm der dafür mehr als geeignete Sprecher Stefan Wilkening. Er las den Text nicht nur, er interpretierte ihn gekonnt und liess so die teilweise sehr blutigen Szenen aus “Gier” in den Köpfen der Anwesenden zu einem Film wachsen:

Aus seinem Mund ergießt sich ein Schwall Blut. Es ist kaum zu verstehen, was der junge Chinese flüstert. Nur dass seine letzten Worte von entscheidender Bedeutung sind, ist den Polizisten instinktiv klar. Kurz darauf wird in einem Waldstück bei London eine weitere schrecklich zugerichtete Leiche gefunden – das geheime Europol-Team beginnt zu ermitteln. Was treibt die Drahtzieher der beiden Morde an? Europol tappt im Dunkeln. Nur eines wird den Ermittlern immer klarer: Die Dimension dieser Verbrechen lässt selbst den Erfahrensten unter ihnen den Atem stocken.Brisant, packend und so erschreckend realistisch, dass Sie die Nachrichten in Zukunft mit anderen Augen sehen werden….

Die Kriminalität habe sich inzwischen auf die modernen Möglichkeiten eingestellt und sei international geworden, so Arne Dahl – die Polizei wäre aber leider noch auf nationalem Stand. Genau hier setzt auch sein neuester Krimi und damit auch der Start einer neuen Reihe an. Nach zehn Bänden um seine berühmte A-Gruppe, die damals mit “Misterioso” (in Deutschland erschienen 1999) startete, wird es nun Zeit für ein neues Ermittlerteam. Irgendwann – dies konnte Thomas Tebbe Dahl entlocken, würde er gern auch noch einen richtig harten Thriller schreiben. Für die Fans ist also mit “Gier” noch lange nicht das Ende seiner Schriftstellerlaufbahn erreicht und der Autor sprüht anscheinend nur so vor blutigen Ideen. Da aber die Liebe in Krimis immer so schlecht unterzubringen sei, würde er eben auch andere Literatur schreiben, die unter seinem richtigen Namen Jan Arnald erscheinen (“Maria und Artur” sowie “Der weiße Roman”). Er liebe das Schreiben, so schwärmt er – dies sei so lustvoll – wenn nur die anstrengende Recherche und das Plotten nicht wären. Diese Begeisterung konnte er seinen Kindern leider nicht vermitteln, die entwickelten erst Interesse an seinen Büchern, als diese verfilmt wurden. Und da es im Norden zeitweise so einsam und still ist, wohnt er zwischendurch in Berlin – für ihn die Hauptstadt des 20. Jahrhunderts und voller Geschichte. Wer das Schreiben so liebt und so sympathisch mit schwedischem Akzent Deutsch mit seinen Lesungsgästen spricht, dem kann man als Leser kaum widerstehen! Ich tue es dennoch, da mir aktuell schlichtweg die Zeit für eine neue Krimiserie fehlt und mir, ehrlich gesagt, auch das Cover zu reißerisch ist. Dies soll Euch jedoch nicht davon abhalten und ich wünsche Euch viel Gänsehaut mit seinen Büchern und haltet doch in Berlin demnächst mal die Augen offen – vielleicht kreuzt ein schwedischer Bestsellerautor Euren Weg…..

“Gier” von Arne Dahl; erschienen im Februar 2012 im Piper Verlag; ISBN: 978-3492053051; Neupreis 16,99 Euro
-> Lesungsbericht von Sonja Hartl auf Zeilenkino.de
-> Alle Lesungsbilder auf Facebook

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Buchtipp: “Frühlingsnächte” von Jetta Carlton

Die Vögel wecken mich am Morgen, die Sonne scheint mir warm ins Gesicht und an der Isar wird bereits seit Tagen gegrillt. Der Frühling ist also eingezogen in die bayerische Hauptstadt und von daher konnte ich nicht widerstehen, als ich anlässlich einer Leserunde bei mir den Roman “In Frühlingsnächten” von Jetta Carleton liegen hatte:

Wir lernen bei ihrem Vorstellungsgespräch als Lehrerin die 25-jährige Allen Liles kennen. Sie lebt im Missouri der 40er Jahre und steht am Anfang ihres beruflichen Lebens, ist intelligent, strebsam und will eigentlich soviel mehr als unterrichten: “Allen sah sich selbst als Abweichlerin, als den Bruch in der Reihe. Obgleich sie derselben Notwendigkeit unterlag, denselben eingeschränkten Wahlmöglichkeiten, hatte sie, wie so viele ihrer Zeit, andere Vorstellungen. Sie wollte in New York leben und Bücher schreiben. Keine sehr praktische Sehnsucht.”
Doch bis dahin ist es ein weiter Weg und zuerst müssen Studienkredite abgezahlt und die Literatursehnsüchte in Seminaren gestillt werden. Also nimmt sie die Stelle als Collegelehrerin an und gibt ihr Bestes um ihren Schülern die Liebe zur Literatur zu vermitteln und bei manchen klappt dies fast ein bisschen zu gut. Der Frühling nimmt seinen Anfang mit allen Hoffnungen, Wünschen, Gerüchen und Träumen, die ihn am Anfang eines Jahres begleiten und lässt Allen Grenzen überschreiten, die sie erst zu spät erkennt. Sie muss sich entscheiden, wieviel ihr ihre Träume wirklich wert sind….

Mein optischer Frühlingsbote: die Blutpflaumenblüten

Mein optischer Frühlingsbote: die Blutpflaumenblüten

Die Autorin Jetta Carlton ist 1913 in Amerika geboren und sie veröffentlichte 1962 ihren ersten und einzigen Roman “Wenn die Mondblumen blühen”, der bis heute ein Bestseller ist. Nach ihrem Tod im Jahr 1999 wurde nun ein bisher unveröffentlichtes Manuskript gefunden und den Lesern zugänglich gemacht. “In Frühlingsnächten” ist solch ein zartes und nostalgisches Buch voller Romantik, dem Aufbruch in eine neue Generation und vor allen Dingen voller Liebe zur Literatur an sich. Carleton beschreibt das Buch aus Sicht von Allen Liles – gibt aber gleich am Anfang zu, dass ein Teil dieser Liebe ihre eigene Geschichte sei. Und wer dies liest, der meint auch, dass nur jemand, der tatsächlich so gefühlt und geliebt hat, auch solche Worte finden kann. Hier müssen Entscheidungen getroffen werden, die für heutige Frauen selbstverständlich sind und gar keine Rolle mehr spielen, die aber in diesen Jahren lebensentscheidend waren. Und es gab Träume von der Liebe und einem anderen Leben, die bis heute in den Herzen junger Menschen getragen werden:
“Wenn wir jung sind, vor allem wenn wir jung und einsam sind, erfinden wir uns eine Zukunft und leben in ihr, so wie wir später in einer Vergangenheit leben, die wir gleichfalls erfunden haben. Und so träumte sie sich in diesen Nächten voraus nach Italien, so wie sie es von den englischen Dichtern kannte, und in das Paris von Hemingway und das New York von Katherine Anne Porter.”

Während des Lesens und während meine Augen und Hände über die Seiten flogen, konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich weiterlese (weil ich mich so sehr in diesen Gefühlen und Wünschen erkannte), oder ob ich zwischendurch Pausen mache, damit es nicht so schnell beendet ist. Ich konnte nicht aufhören und so gehört dieses Buch für mich jetzt zu dem Start dieses Frühlings wie die glitzernde Sonne auf der Isar und das erste Eis beim Lieblingsitaliener. Ein wunderbarer, so zarter und stilvoll altmodischer Roman, den ich nicht mehr missen möchte.

“In Frühlingsnächten” von Jetta Carleton; erschienen im März 2012 bei Kiepenheuer & Witsch; Taschenbuch; ISBN: 978-3462043945; Neupreis 8,99 Euro
-> Leserunde zu “In Frühlingsnächten”

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Lesungsbericht: Téa Obreht mit “Die Tigerfrau”

Am gestrigen Dienstag Abend lud der Rowohlt Verlag Buchhändler und Journalisten ins Münchner Künstlerhaus, um die deutsche Erscheinung von Téa Obreht mit “Die Tigerfrau” zu feiern. In wunderschönem Rahmen mit Häppchen, passenden Kerzenlichtern und akkustischer Untermalung konnten sich die Gäste vorher auf das Buch einstimmen, bis es um 20 Uhr offiziell losging. FAZ-Literaturkritiker Daniel Haas übernahm die Moderation und stellte die in Jugoslawien geborene Téa Obreht dem deutschen Publikum vor. Ihr internationaler Erfolg (eine bisherige Übersetzung von “The tiger’s wife” in über 30 Sprachen) sowie die Begeisterung des Feuilleton lassen die Erwartungen steigen – gerade bei einer so jungen Autorin (Obreht ist 1985 geboren) und auch Haas wusste nur Positives zu berichten und freute sich, dem Publikum mal einen solchen Schatz im Vampirroman-Alltagsdschungel vorstellen zu dürfen:

“Die Tigerfrau” (Leseprobe):
Natalia arbeitet in einem Waisenhaus irgendwo in Südosteuropa, als sie vom rätselhaften Tod ihres geliebten Großvaters erfährt. Nach Erklärungen suchend, erinnert sich die junge Ärztin an jene Geschichten aus seinem Leben, die sich um zwei seltsame, fatale Gestalten drehen – die Tigerfrau, eine schöne Taubstumme in seinem Heimatdorf, die einen geflüchteten Tiger pflegte; und einen charmanten, obskuren Mann, der nicht sterben kann. Während Natalia auf den Spuren des Großvaters durch idyllische und kriegsverwüstete Landschaften reist, werden ihr diese Figuren immer gegenwärtiger. Bald entspinnt sich ein ganzer Kosmos an Mythen und Gestalten, und Natalia begreift, welche Wahrheit über die Lebensrätsel ihrer Familie und ihre versehrte Heimat in ihnen steckt …

Nach sehr humorvollen Lobhudeleien von Haas las erst Téa Obreht eine kurze Anfangspassage aus ihrem Roman und die Schauspielerin Maren Eggert übernahm den deutschen Part, zwischendurch unterbrochen von moderierenden Fragen an die Autorin, von der ich gern mehr gehört hätte. Die deutschen Passagen waren mir deutlich zu lang bzw. hätten meinetwegen ganz entfallen können, da die Autorin sehr sympathisch erzählte. Wenn man einmal die Chance hat gerade eine ausländische Autorin live zu sehen, dann möchte ich hier gerne auch mehr über ihre Gedanken hinter dem Roman erfahren. Dies beschränkte sich leider auf wenige Fragen an sie und die Möglichkeit der Fragenstellung aus dem Publikum bestand gar nicht. Umso schöner, dass sie sich danach noch Zeit zum Signieren nahm und sogar kleine Tiger in jedes Buch malte. “Only for booksellers!” verriet sie mir aufgrund meiner Begeisterung und ich verschwieg selbstverständlich, dass ich gar nicht offiziell Buchhändlerin bin. :-)

Danke für den wirklich wunderschönen Abend an den Rowohlt Verlag – selten habe ich eine so stimmungsvolle Präsentation eines Buches gesehen. Schade, dass Daniel Haas trotz sehr unterhaltsamer Moderation der Autorin nicht mehr Raum gab – denn Téa Obreht hat aufgrund ihres Lebenslaufs wirklich viel Spannendes zu erzählen. Wer also noch die Chance hat sie live zu sehen oder ihren Debütroman “Die Tigerfrau” zu lesen – nicht lange zögern. Und ein signiertes Exemplar wird es beim Notizbuch-Projekt zu lesen geben – dazu aber in den kommenden Tagen mehr!

Téa Obreht mit “Die Tigerfrau”; erschienen März 2012 bei Rowohlt Berlin; gebundene Ausgabe mit 416 Seiten; Neupreis 19,95 Euro; ISBN: 9783871347122
-> Alle Lesungsbilder von Téa Obreht bei Facebook

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Lesungsbericht: die Buchpremiere zu “Das Vorzelt zur Hölle” von Tommy Krappweis

Mimi und ich samt Buch des Abends

Mimi und ich samt Buch des Abends

Am gestrigen Abend fand im Münchner “Bachbett” die offizielle Buchpremiere zu “Das Vorzelt zur Hölle” von Tommy Krappweis (“RTL Samstag Nacht”, “Bernd das Brot”, “Mara und der Feuerbringer” uvm.) statt. Zusammen mit meiner Freundin Miriam traf ich pünktlich um kurz vor 20 Uhr am Veranstaltungsort ein, welcher durch davorstehenden VW-Bus (wenn auch nicht mehr das Original) leicht zu finden war. Von Anfang an herrschte eine schön gemütliche Atmosphäre im tatsächlich ehemaligen Isar-Bachbett, dank den dicken Wänden im Keller konnte ich nur leider nicht live von der Lesung twittern, wobei mir das iPhone sowieso vor Lachen mehrmals fast aus der Hand gefallen wäre (dies schon vorweg).

Tommy Krappweis liest aus "Das Vorzelt zur Hölle"

Tommy Krappweis liest aus "Das Vorzelt zur Hölle"

Wer bei Lesungen immer nur an langweilige Vorleseabende denkt, der hat Tommy Krappweis noch nicht live gesehen. Seine Lesung, die wie das dazugehörige Buch “Das Vorzelt zur Hölle” zusammen mit seinem Vater stattfand, war eine mehr als humorvolle Unterhaltungsshow. Persönlich und eingespielt berichteten sie von den alten Familienurlauben mit dem VW-Bus samt Zelten an felsigen Steinstränden. Ganz nach dem Motto “Was Dich nicht umbringt, macht Dich nur stärker” liess Vater Krappweis Frau und Kinder nun über die Jahre einige Abenteuer überstehen, die im Rückblick zwar mehr als komisch klingen – die man aber für kein Geld der Welt selbst erleben möchte. Spätestens als er davon erzählte, wie der kleine Tommy in den Urlaub immer über ein Dutzend Bücher mitschleppen wollte, hatte mich diese Familie entgültig für sich eingenommen!

Nach knapp 90 Minuten wilden Diskussionen zwischen Vater und Sohn, ebenso lustigen Einspielfilmen und einem kleinen Vorleseteil hatte ich Bauchschmerzen vor Lachen und fühlte mich stark an meine eigenen Kindheitstraumata erinnert, bei denen von meinen Eltern gut gemeinte Situationen fürchterlich schief gingen. Das dazugehörige Buch will nun noch von mir gelesen werden und erklettert sich gerade auf Amazon die Verkaufscharts. In den kommenden Wochen wird Tommy Krappweis in verschiedenen deutschen Städten auf Lesereise gehen und ich kann jedem den Besuch selbiger nur empfehlen & wünsche ebenso gute Unterhaltung!

“Das Vorzelt zur Hölle” von Tommy Krappweis (Knaur Verlag):
»Jeden Sommer brachen wir mit dem VW-Bus auf von München, Neuperlach in Richtung Süden, ins Jugoskorsikalawienland oder irgendwo anders hin, wo es düstere Felsen, düsteres Meer und düstere Ortschaften mit düsteren Menschen gab. Was es dort nicht gab, war so etwas wie ein Klo oder eine Dusche. Denn meine Eltern waren nicht einfach nur Camper. Nein, sie waren überzeugte Wildcamper. Riesenspinnen auf dem Rücksitz, Schlangen in der Trinkwasserzisterne, gigantische Müllberge und sinkende Schlauchboote – es war alles dabei, was Camping in den 70ern so außergewöhnlich machte. Zumindest wenn man mit meinen Eltern unterwegs war.«

-> Miriams Lesungsbericht bei Lovelybooks
-> alle Lesungsbilder der Buchpremiere bei Facebook

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Freitagsfüller: 09. März 2012


1. Heute werde ich auf jeden Fall noch eine Buchempfehlung bloggen & meine Wäsche machen .

2. Wenn ich mal genug Geld habe, dann möchte ich gern ein Jahr Auszeit nehmen und mich mal nur nach der Tageslaune richten.

3. Als ich gehört habe, dass in Australien Wolfsspinnen dank ihrer Netze in Massen fliegen können, war ich sehr froh auf einem anderen Kontinent zu leben.

4. Die Leipziger Buchmesse startet bald.

5. Was macht eigentlich Patrick Süskind?

6. Ich bin ein furchtbar schlechter, weil ungeduldiger Eierkocher.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf evtl. noch 1-2 Stunden Lesezeit, morgen habe ich Friseur, Maniküre und eine Buchpremieregeplant und Sonntag möchte ich mich auf die Buchmesse vorbereiten!

Freitagsfüller – Idee & wöchentliche Vorschläge von Barbara.

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Interview mit Alexandra Reinwarth zu “Das Glücksprojekt”

Meine Freundin Katrin hat mir vor einigen Wochen das Buch “Das Glücksprojekt” von Alexandra Reinwarth empfohlen. Ihr hätte es mal sehr geholfen und zumindest hätte ich dabei sicherlich was zu Lachen. Sie hat mich während eines Telefongesprächs sogar so neugierig darauf gemacht, dass ich es danach nicht erwarten konnte und es mir gleich auf den Kindle geladen habe (obwohl ich im Zweifel immer noch lieber das “richtige” Buch in den Händen halte)! Kurz und gut – geladen & in einem Rutsch durchgelesen!
Das Buch basiert auf der Frage, die uns Menschen häufig beschäftigt: Bin ich wirklich glücklich? Und wenn nein, wie kann ich in manchen Bereichen eventuell mehr Glück erreichen? So probiert Alexandra Reinwarth einige Dinge aus – unter anderem mit Sport und Bewegung das Adrenalin anzukurbeln, mit Tieren zu kuscheln, Wünsche beim Universum zu bestellen, ein Lachyoga-Seminar und viele weitere Dinge. Alle Kapitel sind so angelegt, dass sie sowohl selbstkritisch über ihre Erfahrungen berichtet und was sie für sich daraus behalten hat – aber keinerlei Ratschläge gibt oder gar in Besserwisserei ausartet. Ich habe sehr viel gelacht und nachgedacht und tatsächlich auch viele Dinge mitgenommen und werde das Buch ab jetzt immer lesen, wenn es mir mal gerade nicht so gut geht (und auch allen meinen Freundinnen aufschwätzen). Nachdem ich spontan von dem Buch so begeistert war, habe ich Alexandra Reinwarth gleich auf Facebook kontaktiert und durfte Ihr einige Fragen stellen:

Autorin Alexandra Reinwarth

Autorin Alexandra Reinwarth

1. Wie kam es dazu, dass Du in Deinem Leben nach dem Glück gesucht hast – gab es einen speziellen Anlass?
Ich war nicht besonders unglücklich, aber ich habe mich schon manchmal gefragt, ob ich nicht viel glücklicher sein müsste. Besonders abends im Bett, wenn mal wieder ein Tag vergangen war, an dem ich irgendwie nur funktioniert habe. Außerdem war das Thema Glück plötzlich sehr präsent und es hieß überall: Glück ist erlernbar! Da dachte ich mir: „Das wollen wir doch mal sehen“…
2. Wie wurde aus Deiner privaten Suche nach dem Glück dann ein Buchprojekt?
Das war von Anfang an so geplant mit dem Verlag. Wir sind ja Kumpels, der Verlag und ich und daher regelmäßig in Kontakt.
3. Das Buch ist im Herbst 2010 erschienen – wieviel Glück ist Dir inzwischen geblieben, an welche Vorsätze musst Du Dich regelmäßig erinnern oder konntest Du sogar neue Erkenntnisse sammeln? Geblieben sind viele Dinge.
Generell geblieben ist die Einsicht, dass es in Ordnung ist, nicht dem Bild von mir zu entsprechen, das ich gern von mir hätte. Ich hasse Sport, zum Beispiel. In meiner Vorstellung von Glück liege ich mit einer Decke und einem Buch auf der Couch. Wenn möglich, mit etwas Nougatschokolade in der Nähe. Ich gehe höchstens gern spazieren. Für das Glücksprojekt habe ich es trotzdem probiert, denn Sport muss sein, sagten die Experten. Vor meinem geistigen Auge joggte ich schon gut gelaunt durch den Park wie die Frauen in der Yogurette-Werbung. Allerdings erging es mir mit dem Joggen so wie mit einigen anderen Versuchen: ich musste einsehen, dass ich nun mal keine solche Frau bin. Ich bin keine dynamische Joggerin. Trotzdem war die Sportfrage eine wichtige Lektion für mein Projekt: Vergleiche dich nicht immer mit der Yogurette-Fraktion. Das nimmt mir nämlich den ganzen Spaß am Spazieren, weil ich mir denke: eigentlich müsste ich laufen.
4. Du schreibst Ratgeber, die eigentlich gar keinen Rat sondern Deine eigenen Erfahrungen wiedergeben, an denen man sich dann als Leser orientieren kann oder eben nicht. Im Glücksprojekt probierst Du z.B. die Wünsche ans Universum aus, die sich ja recht großer Beliebtheit erfreuen. Ein kurzer Insider: hat es inzwischen mit dem iPad geklappt? Und gab es auch negative Zuschriften wegen nicht so erfolgreicher Erfahrungen?
Der erste Satz im Glücksprojekt ist:
Dies ist kein Glücksratgeber. Ratgeber bringen überhaupt nichts, glauben Sie mir, ich habe viele davon. Wenn es nach meinem Bücherregal ginge, wäre ich schon längst schlank im Schlaf geworden, ich wäre die perfekte Liebhaberin, (…) es wäre egal, wen ich heirate, denn ich würde mich selbst lieben, und ich würde mich nicht sorgen, sondern leben.
Trotzdem hat sich ein Rezensent auf amazon beschwert, dass „das ja gar kein Ratgeber ist“ (und mir damit echt den Tag versaut). Ich glaube aber nun mal nicht an Ratgeber. Aber ich hoffe, dass der eine oder andere inspiriert wird, sein eigenes Glücksprojekt zu starten. Das mit dem iPad hat natürlich nicht geklappt, ich bleibe aber dran und versuche es jetzt verstärkt mit Wünschen an meinen Freund L. :-)
5. Du hast unter anderem auch das Buch “Miss Sex – wie ich auszog die beste Liebhaberin der Welt zu werden” geschrieben. Dein Lieblingsmensch musste wahrscheinlich auch für dieses Buch herhalten. Wie steht er zu Deinem ständigen Drang neue Dinge auszuprobieren und gibt es auch Erlebnisse, die er lieber nicht schriftlich festgehalten haben möchte?
L. ist da ja eher pragmatisch (auch wenn er manchmal die Hände über dem Kopf zusammenschlägt). Außerdem hat L. seit dem Buch Miss Sex ein paar Fans und darauf ist er fast ein bisschen stolz.
6. Gerade ist auch “Das Fitnessprojekt” erschienen – wiegst Du jetzt nur noch muskulöse 50kg und nimmst regelmäßig am Marathon teil?
Überhaupt nicht. Ich bin in 16 verschiedenen Disziplinen fast rundweg grandios gescheitert. Und dann war es wie schon beim Glück: Ich habe dann doch etwas gefunden, allerdings auch ganz anders als erwartet.
7. Wie authentisch sind Deine Bücher – sind alle Erfahrungen tatsächlich selbstgemacht oder manche Dinge auch erfunden oder von Freunden “geklaut”?
Nein, ich scheitere immer noch selbst! Was ich verändere sind Namen oder Orte, zeitliche Abläufe und so Zeug.
8. Viele Schritte auf dem Weg zum Glück verlangen eine Umstellung der Lebensgewohnheiten – die Scheu davor ist meist groß. Wie kann man mit kleinen Übungen anfangen bzw. mit z.B. täglich 15 Minuten?
Recht leicht: jeden Tag großzügig sein, denn Gutes tun macht glücklich. Das geht schnell und tut nicht weh. Das muss gar nichts Großes sein: Ein Kompliment machen, ein paar Minuten seiner Zeit einer einsamen Omi schenken, einer Freundin ein kleines Geschenk machen. Einer Autorin sagen, dass einem ihr Buch gefallen hat ☺
Für das schnelle Instant-Glück: Kennst du diese Gemütlichkeit, wenn man im Bett liegt und draußen der Regen auf ein Blechdach prasselt? Ich habe unter mein Schlafzimmerfenster ein Stück Blech an die Außenwand geschraubt (gut, L. hat’s geschraubt). Das ist toll, wirklich.
9. Welche fünf Worte stehen für Dich für Dein Lebensglück?
Das Glück ist immer da
10. Du durftest Dich für Deine Bücher schon mit vielen spannenden Themen beschäftigen – welche Wünsche hast Du in diesem Bereich für die kommende Zeit und welche Buchprojekte sind schon geplant?
Also wünschen würde ich mir, dass ein Verlag mir ein Buch mit dem Titel: Wie ich die luxuriösesten Hotels der Welt durchprobierte finanziert, aber bis jetzt sind die da recht unkooperativ.
Tatsächlich gibt es aber durchaus ein neues Projekt:
Ich werde als nächstes esoterisch! Ich werde mir die Chakren reinigen lassen, mit den Erzengeln plauschen, nackt auf einer Waldlichtung tanzten, um die Göttin anzurufen und herausfinden, wer ich in einem früheren Leben war. Ich denke, das wird lustig (und hoffe, dass ich nicht von erbosten Esoterikern in energetisiertem Wasser ertränkt werde).

Danke an dieser Stelle an Katrin für die tolle Empfehlung & natürlich an Alexandra für das Beantworten meiner Fragen!!!

-> “Das Glücksprojekt” bei Amazon kaufen!
-> Meine Rezension von “Das Glücksprojekt”

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Buchtipp: “Das geheime Prinzip der Liebe” von Hélène Grémillon

“Die Liebe ist ein geheimnisvolles Prinzip, ihr Ende noch viel mehr. Man weiß vielleicht, warum man liebt, aber niemals, warum man nicht mehr liebt.”
Auf LovelyBooks läuft gerade eine Leserunde zum Buch “Das geheime Prinzip der Liebe” der französischen Debütautorin Hélène Grémillon. Mehr zufällig bin ich im Büro so auf das Leseexemplar gestossen und habe es neugierig mitgenommen. Da alle meine anderen Bücher dank Umzug noch in irgendwelchen Kartons verpackt sind, habe ich es diese Woche gleich mal angefangen und wurde nicht mehr losgelassen:

Lektorin Camille ist Mitte Dreissig, als ihr Leben vom Tod ihrer Mutter kräftig erschüttert wird. Sie kann den Alltag vor Trauer kaum mehr bewältigen und organisiert mit Mühe und Not die Beerdigung und den darauf folgenden notwendigen Bürokratiekram. Inmitten aller Kondolenzpost erreicht sie ein anonymer Brief, indem von der Liebesgeschichte zwischen Louis und Annie berichtet wird. Erst hält sie ihn für eine Verwechslung, bald trifft jedoch eine Fortsetzung ein und jeden darauf folgenden Dienstag erhält sie wieder einen Brief – erwartet sie schon recht bald sehnlichst. Doch je mehr Informationen sie erhält, desto mehr beschleicht sie ein seltsames Gefühl: haben die wachsende Liebesgeschichte und die Erzählungen über das tragische Erlebnisse von Annie vielleicht etwas mit ihrem eigenen Leben zu tun? Sie beginnt die schriftlichen Puzzleteile zusammenzusetzen….

Manchmal meint man ja als Leser, dass nur französische Autoren so wunderbar über die Liebe schreiben können. Auch die Debütautorin Hélène Grémillon (geboren 1977 in Poitou/Westfrankreich) zieht einen ab der ersten Seite in ihren Bann und gerade durch den Wechsel des Lebens der Pariserin Camille aus dem Jahr 1975 mit den Briefen aus den 50er Jahren kann man das Buch vor Spannung kaum mehr aus der Hand legen. Grémillon beschreibt mit zarten Worten und harten Schicksalen die verschiedenen Formen der Liebe und wie weit sie einen treiben kann. Unter dem Deckmantel des stärksten aller Gefühle wird hier gefleht und gebetet, hinterrücks betrogen und belogen und man kann als Leser nur tatenlos und ergriffen weiterlesen. Ein wahrer Schatz ist dieses Buch – welches man am liebsten nie beenden möchte. Wer Anna Gavalda und Alex Capus mag, der wird in Hélène Grémillon eine würdige Nachfolgerin finden!

Hélene Grémillon mit “Das geheime Prinzip der Liebe” + erschienen im Februar 2012 bei Hoffmann & Campe + Neupreis 19,99 Euro – gebundene Ausgabe + ISBN: 978-3455400960 + Weitere Infos auf der Verlagswebsite +

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