Meine Freundin Katrin hat mir vor einigen Wochen das Buch “Das Glücksprojekt” von Alexandra Reinwarth empfohlen. Ihr hätte es mal sehr geholfen und zumindest hätte ich dabei sicherlich was zu Lachen. Sie hat mich während eines Telefongesprächs sogar so neugierig darauf gemacht, dass ich es danach nicht erwarten konnte und es mir gleich auf den Kindle geladen habe (obwohl ich im Zweifel immer noch lieber das “richtige” Buch in den Händen halte)! Kurz und gut – geladen & in einem Rutsch durchgelesen!
Das Buch basiert auf der Frage, die uns Menschen häufig beschäftigt: Bin ich wirklich glücklich? Und wenn nein, wie kann ich in manchen Bereichen eventuell mehr Glück erreichen? So probiert Alexandra Reinwarth einige Dinge aus – unter anderem mit Sport und Bewegung das Adrenalin anzukurbeln, mit Tieren zu kuscheln, Wünsche beim Universum zu bestellen, ein Lachyoga-Seminar und viele weitere Dinge. Alle Kapitel sind so angelegt, dass sie sowohl selbstkritisch über ihre Erfahrungen berichtet und was sie für sich daraus behalten hat – aber keinerlei Ratschläge gibt oder gar in Besserwisserei ausartet. Ich habe sehr viel gelacht und nachgedacht und tatsächlich auch viele Dinge mitgenommen und werde das Buch ab jetzt immer lesen, wenn es mir mal gerade nicht so gut geht (und auch allen meinen Freundinnen aufschwätzen). Nachdem ich spontan von dem Buch so begeistert war, habe ich Alexandra Reinwarth gleich auf Facebook kontaktiert und durfte Ihr einige Fragen stellen:

Autorin Alexandra Reinwarth
1. Wie kam es dazu, dass Du in Deinem Leben nach dem Glück gesucht hast – gab es einen speziellen Anlass?
Ich war nicht besonders unglücklich, aber ich habe mich schon manchmal gefragt, ob ich nicht viel glücklicher sein müsste. Besonders abends im Bett, wenn mal wieder ein Tag vergangen war, an dem ich irgendwie nur funktioniert habe. Außerdem war das Thema Glück plötzlich sehr präsent und es hieß überall: Glück ist erlernbar! Da dachte ich mir: „Das wollen wir doch mal sehen“…
2. Wie wurde aus Deiner privaten Suche nach dem Glück dann ein Buchprojekt?
Das war von Anfang an so geplant mit dem Verlag. Wir sind ja Kumpels, der Verlag und ich und daher regelmäßig in Kontakt.
3. Das Buch ist im Herbst 2010 erschienen – wieviel Glück ist Dir inzwischen geblieben, an welche Vorsätze musst Du Dich regelmäßig erinnern oder konntest Du sogar neue Erkenntnisse sammeln? Geblieben sind viele Dinge.
Generell geblieben ist die Einsicht, dass es in Ordnung ist, nicht dem Bild von mir zu entsprechen, das ich gern von mir hätte. Ich hasse Sport, zum Beispiel. In meiner Vorstellung von Glück liege ich mit einer Decke und einem Buch auf der Couch. Wenn möglich, mit etwas Nougatschokolade in der Nähe. Ich gehe höchstens gern spazieren. Für das Glücksprojekt habe ich es trotzdem probiert, denn Sport muss sein, sagten die Experten. Vor meinem geistigen Auge joggte ich schon gut gelaunt durch den Park wie die Frauen in der Yogurette-Werbung. Allerdings erging es mir mit dem Joggen so wie mit einigen anderen Versuchen: ich musste einsehen, dass ich nun mal keine solche Frau bin. Ich bin keine dynamische Joggerin. Trotzdem war die Sportfrage eine wichtige Lektion für mein Projekt: Vergleiche dich nicht immer mit der Yogurette-Fraktion. Das nimmt mir nämlich den ganzen Spaß am Spazieren, weil ich mir denke: eigentlich müsste ich laufen.
4. Du schreibst Ratgeber, die eigentlich gar keinen Rat sondern Deine eigenen Erfahrungen wiedergeben, an denen man sich dann als Leser orientieren kann oder eben nicht. Im Glücksprojekt probierst Du z.B. die Wünsche ans Universum aus, die sich ja recht großer Beliebtheit erfreuen. Ein kurzer Insider: hat es inzwischen mit dem iPad geklappt? Und gab es auch negative Zuschriften wegen nicht so erfolgreicher Erfahrungen?
Der erste Satz im Glücksprojekt ist:
Dies ist kein Glücksratgeber. Ratgeber bringen überhaupt nichts, glauben Sie mir, ich habe viele davon. Wenn es nach meinem Bücherregal ginge, wäre ich schon längst schlank im Schlaf geworden, ich wäre die perfekte Liebhaberin, (…) es wäre egal, wen ich heirate, denn ich würde mich selbst lieben, und ich würde mich nicht sorgen, sondern leben.
Trotzdem hat sich ein Rezensent auf amazon beschwert, dass „das ja gar kein Ratgeber ist“ (und mir damit echt den Tag versaut). Ich glaube aber nun mal nicht an Ratgeber. Aber ich hoffe, dass der eine oder andere inspiriert wird, sein eigenes Glücksprojekt zu starten. Das mit dem iPad hat natürlich nicht geklappt, ich bleibe aber dran und versuche es jetzt verstärkt mit Wünschen an meinen Freund L.
5. Du hast unter anderem auch das Buch “Miss Sex – wie ich auszog die beste Liebhaberin der Welt zu werden” geschrieben. Dein Lieblingsmensch musste wahrscheinlich auch für dieses Buch herhalten. Wie steht er zu Deinem ständigen Drang neue Dinge auszuprobieren und gibt es auch Erlebnisse, die er lieber nicht schriftlich festgehalten haben möchte?
L. ist da ja eher pragmatisch (auch wenn er manchmal die Hände über dem Kopf zusammenschlägt). Außerdem hat L. seit dem Buch Miss Sex ein paar Fans und darauf ist er fast ein bisschen stolz.
6. Gerade ist auch “Das Fitnessprojekt” erschienen – wiegst Du jetzt nur noch muskulöse 50kg und nimmst regelmäßig am Marathon teil?
Überhaupt nicht. Ich bin in 16 verschiedenen Disziplinen fast rundweg grandios gescheitert. Und dann war es wie schon beim Glück: Ich habe dann doch etwas gefunden, allerdings auch ganz anders als erwartet.
7. Wie authentisch sind Deine Bücher – sind alle Erfahrungen tatsächlich selbstgemacht oder manche Dinge auch erfunden oder von Freunden “geklaut”?
Nein, ich scheitere immer noch selbst! Was ich verändere sind Namen oder Orte, zeitliche Abläufe und so Zeug.
8. Viele Schritte auf dem Weg zum Glück verlangen eine Umstellung der Lebensgewohnheiten – die Scheu davor ist meist groß. Wie kann man mit kleinen Übungen anfangen bzw. mit z.B. täglich 15 Minuten?
Recht leicht: jeden Tag großzügig sein, denn Gutes tun macht glücklich. Das geht schnell und tut nicht weh. Das muss gar nichts Großes sein: Ein Kompliment machen, ein paar Minuten seiner Zeit einer einsamen Omi schenken, einer Freundin ein kleines Geschenk machen. Einer Autorin sagen, dass einem ihr Buch gefallen hat ☺
Für das schnelle Instant-Glück: Kennst du diese Gemütlichkeit, wenn man im Bett liegt und draußen der Regen auf ein Blechdach prasselt? Ich habe unter mein Schlafzimmerfenster ein Stück Blech an die Außenwand geschraubt (gut, L. hat’s geschraubt). Das ist toll, wirklich.
9. Welche fünf Worte stehen für Dich für Dein Lebensglück?
Das Glück ist immer da
10. Du durftest Dich für Deine Bücher schon mit vielen spannenden Themen beschäftigen – welche Wünsche hast Du in diesem Bereich für die kommende Zeit und welche Buchprojekte sind schon geplant?
Also wünschen würde ich mir, dass ein Verlag mir ein Buch mit dem Titel: Wie ich die luxuriösesten Hotels der Welt durchprobierte finanziert, aber bis jetzt sind die da recht unkooperativ.
Tatsächlich gibt es aber durchaus ein neues Projekt:
Ich werde als nächstes esoterisch! Ich werde mir die Chakren reinigen lassen, mit den Erzengeln plauschen, nackt auf einer Waldlichtung tanzten, um die Göttin anzurufen und herausfinden, wer ich in einem früheren Leben war. Ich denke, das wird lustig (und hoffe, dass ich nicht von erbosten Esoterikern in energetisiertem Wasser ertränkt werde).
Danke an dieser Stelle an Katrin für die tolle Empfehlung & natürlich an Alexandra für das Beantworten meiner Fragen!!!
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-> Meine Rezension von “Das Glücksprojekt”